Gottes Suldaoten

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Bäänd harr es Räötselglück. Mit den ersten Pries göng et för em nao Hamburg hen. Jaja, „Hamburg ist ein schönes Städtchen“. Bäänd wüss wuohl, wat mehr noch: „Da gibt es viele schöne Mädchen …“ Nich ümsüss hett et dao in nich weinig Hüüser: „Nur herein werte Herrschaften, die Damen sind schon da.“

Waorüm sall dat nich auk es för Bäänd maol wat sien? Man kann doch nich immer bloß met Wiehwaater üm sick splentern, orre? Also: Heidewitzka, Herr Kapitän! Bäänd leit auk nix uut. Män guet, dat he alleene dao up de Walz wör. Man weet nich, wu de Lüe villicht es maol küert. Ümso mehr möök he ganz unwies mit bi de „Polonäse Blankenese“.

Oh ja, mein lieber Schwan, so is dat up de Reeperbahn. Und, oh je Susanna, nu auk noch mit Hanna! Leute, das Leben ist lebenswert! Dao kömmt et nu up een Flintenwief gar nich mehr up an. Ein bisschen Spass muss sein. Also: „Hak‘ dich unter, wir wollen zusammen mal bummeln geh’n.“ Tschä, du bis mein Stern, du sööte Deern!

Weil de Verstand nu all längst bi em in de Buxe wör, süng Bäänd denn auk heelmaol brünstig: „Komm doch meine Kleine, sei die meine, sag‘ nicht nein. Du sollst bis morgen früh um neune …“ Män dann … Dann, as de Muorgen kam, fünd he sick, lang hen, up ne Bank an‘ Fischmarkt wier. Halwen Buddel Sekt noch in de Taschke. Piraten Jonny söhg wuohl nich vull änners uut.

Dao kam nu up maol nen Trupp Blasmusikanten up em to. So ganz nao Walzer hörde sick dat nich an. Daoför süngen se sick lück ernst mehr so wat terechte. Den Solosänger bleef nu bi em an de Bank staohn un sagg, se wollen wuohl gerne hier siene Siäl noch iäben retten. „Villicht dai mi dat hier gar nich schaden“, schööt et bi Bäänd dör. Doch eher he in sienen dicken Kopp de wat up säggen konn, süng den geistlicken Solisten all: „Die Gnade der Barmherzigkeit, die Jesus mir erweist, die macht mich frei und froh zugleich. Voll Dank mein Herz ihn preist!“

Dä. Well härre dat dacht? Hummel, Hummel, dao sägg nich eenen noch wat keggen Hamburg. Bäänd woll de noch wuohl mehr von wietten un fröög nieschierig, as wat för Segensbringer se denn nu all so fröh up de Beene wören? „Na, als die Sodaten Gottes“, kreeg he lück frohgemut van de Heilsarmee to hören.

Oh ha. So wat harr Bäänd noch nich hört. Verwünnert mennde he: „Sieh an, sieh an. Dann muss es da bei euch ja wohl ne recht ansehnliche Kaserne sein, orre?“

Allzeit gute Fahrt

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Heinz wör nen Heizer, dat et biätter nich göng. Feihlde bloß noch, dat he sagg: „Wenn et nich de Hölle wör, dai ick auk dao noch giäne wuohl maol uuthelpen.“ Damploks, de bruukten aower auk düftige (tüchtige) Heizers. Heinz wör so eeenen. Un wat för eenen! Nich to glöwen, wat he up graute Fahrt dao nich alle so dör de Füerklappe schmeet. Dat Füer woll brennen, wat süss?

Döösköppe können meinen, dat bruukte bloß guet Muckis. Von wiägen. Auk Heizers mossen fröher all Prüfung maaken. Göng et villicht es üm de „Abdampfleitung“ orre so wat es „Funkenfänger“, droffen Heizers sick dao nich dumm bi anstellen. Kick, för so wat gaff et dat Heizerexamen. Un auk dao gaff et all so nickelige Fangfraogen bi. Nänä, se mossen de all schön bi uppassen, sücke, de äs Heizers laupen wollen. Nu hät Heinz äs Kind all immer gerne sticksket (von Sticken = Streichhölzer). Füerkes bööten (brennen), dat konn he alltiets all guet; dao harr he immer all Spass an. Drüm woll he bi de Bahn dao auk gerne mit wiedermaaken. Nu ja, waorüm nich, aower erst moss he män dör de Prüfung.

Dao harre Heinz et nu mit so nen gelehrten Inschinjör Sounso to doon. Et schinn, de Mann wör nich ganz ohne. He reef sick dao immer so achtersinnig sienen Möppel (rieb sich sein Kinn). Nu keek he Heinz auk noch so van de Siete uut an un sagg em to: „Ach… eh, Herr Funke, wie soll ich sagen, das ist ja nun nicht immer alles so einfach auf so einer Lok, nicht wahr, vor allem, wenn es um die Fahrtgeschwindigkeit geht. Was könnten Sie als Heizer denn da wohl so tun, Herr Funke?“ Un he reef sick auk glieks all wier so sienen Möppel debi.

Heinz aower bleef ganz ruhig un sagg: „Ehrlich gesaacht, ich täte fleißig ’n paar Briketts mehr in‘ Kessel schmeißen.“ Den Inschinjör nickoppede wuohl, aower et schinn, dat he so ganz de noch nich mit tofriär wör. Nu beet sick dat Männeken gar verniensk (tückisch) up de Lippen un pruokelde noch maol nao: „Jaja, also, nicht wahr, das ist ja schon mal nicht schlecht. Aber, eh … Herr Funke, ich möchte nun auch noch gerne wissen, nicht wahr, was da so zu machen wäre, wenn die Lok mal rückwärts fahren müsste?“

Dä, dachte Heinz, upgepasst, dao wör se, düsse vertrackte Fangfraoge! He leit sick de aower nich bi uut de Ruhe brengen un sagg gar schön lichthen: „Nu ja, kein Problem, dann tät ich die Briketts vorher schnell umdrehen …“ Kick, gewusst wie. Dann män allzeit: Gute Fahrt!

Fließend Platt

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Niäben usen Wibbelt (1862 – 1947) giff et noch ännere Plattschriewers, de et bis up ’n Sockel bracht häbet, so auk Groth’s Klaos (1819 – 1899). De Mann wör Schoolmester un göng nao Fieraobend gern unner de Lüe, üm uut siene Werke to liäsen. He lutskede bi siene Vördrege immer gerne up ’n Bömmsken harüm, daomit em bi dat Gepraot sien Mund nich uutdrüügede. So leit sick wohrhaftig säggen säggen: Groth küerde fließend Platt.

     Wenn se in dat Auditorium also allmänto mit de Taskendooks togange wören, so harre et all wat demit up sick. Dat wören nich bloß Träönkes up de Wangen bi de Fraulüe un bi de Mannslüe wör et up de Vörbless (Stirn) nich eenzig Schweet, wat bi dat geföhlvoll Lustern dao all’s so weg moss. Nänä.

     Besönners bi sien Gedicht „Min Port“ wör dat so. Et hannelt von sien aolt Gaorenpäörtken, wat dao in nen heelmaol windscheef Stankett (Zaun) hüng. Nao Groth sien Riemmseln (Dichten) jankte un jankte de Port dao denn auk alltiets bi dat Up- un Togaohn in de rösterigen Angeln gottserbärmlick!

     Weil em dat merkbar angreep, bruukte et bi em immer noch ’n Extrabömmsken!

     Jesses, man sall et gar nich meinen, doch et schinn, dat de Mensken, de dao dör de Paort mossen, glieks auk mächtig dör ’n Schuersack mossen. Man konn et den Dichter jüsteto anseihn. Heel verbaast keek he dann von sien Blatt up, wenn he mit gewöllige Worde üöwer de Köppe weg in‘ Saal to denken gaff, wuvull Menskenkinners dao nich för immer, de Fööte vöran, dör de Port „hinweg“ mossen. Oh je. Dat is denn auk alle gar nich so eenfach.

     Un allmänto dat Knarren un Jamken daobi. Et bleef nich ohne Wirkung. Fraulüe konnen all baoll gar nich mehr ruhig sitten un de Mannslüe smeeten heel wehrig den Dassel debi up de Siet orre wiskeden sick upgekratzt de Plääten.

     Oh ja, so fließend Platt, dat bewiägede män doch de Lüe. 

     Eenzig so ’n draohtigen Buer, de möök sick es maol Luft un reip den Dichter to: „Groth, Groth! Eens kann ick hier sicher säggen, wenn de Port’ män es suvull Smeer (Fett, Öl) krieggen härr, äs miene Plääte tüskentiets hier Spütte, dann härren Se sick dat ganze Gedicht sparen konnt!“

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De Flinte alleene mäck et nich

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De Hubertus-Brüörs satten maol wier kommodig ümt mollige Herdfüer tohaupe. Se satten dao all baoll in Tweedüüstern, denn, offwuohl noch immer Naomeddag, leit all dat Lecht buuten mehr und mehr nao. Et wör winterkaolt un beste Jagdtiet. Et schööt auk wuohl von buuten her.

     De Jagd aower, de harre aolle Schulte-Westkamp an so ’n fienen Herrn Diplomdokter Sounso uut Mönster verpacht‘. Et wör an sick noch ’n jungen Springintfeld, de gerne jagen un daoför auk guet betahlen dai. So pöss all’s guet bineene, denn wenn auk för Schulte-Westkamp de Jagd sien Een un All’s wör, so möök sick dat bi em nu aower mit nen Rollator nich mehr ganz so guet.

     He satt hier nu leiwer mit siene aollen Jagdbrüörs bi ’n lecker Piepken samt nen Jägermeister vör dat gloinige Füer un keek up den blaoen Damp, de dao sachte uut sienen Piepenkopp in‘ Stuoben to Höchte steeg. Dat Praoten dreihde sick mehrst so üm de Gesundheit un de Dokters. Dütmaol mööken se sick nen Kopp üm mehr Beweglichkeit. Wat dao wuohl guet so för de Knuoken wör?

     Jaspers Franz sagg, he härr dao all vull Guets von Perdesalbe hört. Gar unnen rüm soll nen Klacks daovon guet för de Durchblutung sien. Schelmsk kneep he ’n Aoge debi to. Oh, dao keeken de aollen Herren nu aower luunig up.

      Wiesmanns Jopp meinde aower doch, Krückeln hen, Perdesalbe her, doch auk dat möök män nich mehr flott för dat rechte Juchheissasa . Dat wör so, es bi ne aolle Flinte. Wenn de et nich mehr recht dai, könn man dao auk mit noch so guet Waffenüölge nich vull mehr an doon. Nen aollen Püüster bleef män nen aollen Püüster. 

     „Mann, Mann, Mann“, stüehnde Bönten Gerd. He stoppede wat Krüll in den Piepenkopp nao, gaffelde mit siene Sticken harüm un blaosede nen gueden Zug Damp in de Höchte, so dat em de Aogen debi träönden. Dann moss he hooßen un blaffkede: „Feihlt bloß noch, dat wi Stricken gaoht (Fallen stellen mit Draht oder Strick).“

     „Ach“, sagg Schulte-Westkamp, se sollen den Kopp doch nich hangen laogen. De Flinte alleene möök et doch nich. Un … Un üöwerhaupt, dat wör so: De Fraulüe härren oft mehr Spass an de Jagd, äs egaol so an dat Scheiten un Böllern. Dat göng iähr sowso oft vullto harre. Kick, män soll dao män schön altersgerecht positiv bi blieben.

     „Wat ’n Gepraot“, dachde Jaspers Franz, greep nao sien Pinnken un sagg bloß een Wort: „Wohlsein.“ Oh, jüst nu böllerde et buuten up maol wier. Godorri, dat wör jä dat reinste Trummelfüer. „Also dat is mi ja ’n wunnerlick Werks dao buuten“, wackelde dat Pinnken in Wiesmanns Jopps Hande, „meinee, „et fallet ümt Huus hier ja in eenen hen Schüsse. Mi schinnt dat all nich mehr normal. Wu kann dat? Von Manövers härren wi doch wat hört, orre?“

     „Ach, doch kien Manöver“, wünk Schulte-Westkamp aff, „dat is usen nie’en Jagdpächter uut Mönster. De Mann schütt nu all siet vanmuorn an eenen Hasen harüm …“

     „Jaja“, leit nu auk Bönten Gerd es wat von sick hören, „wenn wi Ollen män noch so guet könnden es wi wollen, könnden wi et em wuohl wiesen. Män wat nich is, dat is nich.“ „Du säggst et, Gerd“, nickoppede Jopp, „dao helpet auk keine Perdesalbe mehr.“

     Dao greepen de aollen Herrns nao allesamt wier nao iähre Pinnkes – un keeken män ernst debi drin.

 

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Wat döt man nich alles
för de Gesundheit

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Wat döt man nich all’s so för de Gesundheit! De Dokters weet dao vull mehr noch von, up so wat häbt se jä auk studeert. Aower ick füng dao auk all von klein up mit an! Daomaols meinde den Kusenknacker (Zahnarzt), Bömmskes wören nix för mi. Se greepen de Tiähn an, dat heele Muulwerk fuulde mi debi weg un antlest möss ick et män bloß noch mit Päppkes doon. Oh je, so doch nich! Also verkneep ick mi dat Sööte un füng so, an sick all recht fröh, mit dat Rauken an.

     Härr ick dat män för mi behaollen. Denn de Dokter sagg mi up ’n Kopp to, wenn ick dat olle Smaiken nich drangäff, göng ick wanner mit ne pickswatte Lunge int Graff. Dat satt. Denn so woll ick dat Ääsken nu doch nich giän tokniepen. Also smeet ick stantepee dat Tabaktüügs weg un wör von Stund an bloß noch geck up friske Luft. Ick woll de all mit nao Bayern hen, mientwiägen hauch harup up den Watzmann. Denn man geiht hier jä all Arm in Arm mit den Daut, bi alle de geföhrlicken Stickoxyde uut de Autos un so. Ick waog mi all baolle gar nich mehr uut ’n Huuse!

     Miene Frau meinde, ick soll et doch glieks in Indien es up nen hauhgen Pieler äs Säulenhilligen probeer’n. Dat sparde iähr wat an Nerven un mi wat an gesundheitlicke Anfechtungen. Tschä, villicht maol wat änners. Wat döt man nich all’s för de Gesundheit! Doch is dao nix mit holpen, denn Watzmann un Pieler is nix för mi. Dao fall ick bloß muusedaut bi runner, denn ick sin nich koppfaste (schwindelfrei).   

     Wat? Sägg mi ja nich wat von „Restrisiko“. Dat giff mi erst recht den Rest! Wenn mi fröchs, so is miene Aompiep längst all veräzt. Waorüm süss krieg ick wuohl lestertiet so schlecht Luft? Aower up de Dokters kanns di auk nich mehr verlaoten. Mennde den Medicus doch glatt to mit, de Puste göng mi mit de Punde uut. Ick möss an Gewicht wat affleggen, süss könn ick de wanner bi liggen blieben.

     Kick, nu so wat wier! Drüm göng ick erst es mien Tüüg dör. Man mott jä auk nich immer so dick antrocken laupen. Also dai ick et bloß noch in lichte T-Shirts un barfoot in Flip-Flops. Jaja: All’s för de Gesundheit. Doch Gewicht hen, Gesundheit her, nu leip ick verköhlt harüm. Dao wör wat an Schnaps nich bi verkehrt, meinde aolle Musekamp. Dat höölt von binnen her schön warm. Also häb ick gesundheitsbewusst up Schnaps ümstellt. Off ick noch ganz wies wör, kollerde (schimpfte) den Dokter mit mi harüm, dao sööp ick mi doch nu auk noch Löcker bi in‘ Kopp! Herrjeh! Eenzig blank Waater, dat wör noch wat för mi. Off ick dat verstaohn härre? Jaja. Wat döt man nich all’s för de Gesundheit … Ach ja. Doch nu kluckskerde et bloß noch so in mienen Buuk. Män wat sägg ick:

     „Tödliches Wasser“, so moss ick nu wier in de Zeitung liäsen. Kanns doch nich so langsam unwies bi wiärden? Herrjeh, is dat nich ’n Elend? Dat Waater wimmelde män so von Nitrate un süss so Gift. Man haalde sick den Daut debi. Kick, nu auk dat noch!! Et lött mi gar nich mehr schlaopen!

     Ick wier nao den Dokter un de meinde, mi hölp wuohl bloß noch ne Nervenkur. Nu ja, et is män all’s för de Gesundheit. Hauptsaake ick komm de nich noch bi int Geschirr. Doch well will all krank un unwies in de Kiste?