Die Emsart

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Als wenn sich Herbst und Frühjahr paart,
so, an der Ems, ist uns‘re Art.
Mal bläst der Wind, mal schauert’s nass,
dann wieder sorgt die Sonn‘ für Spass.

Nicht Sommerpartys mit Tamtam,
nicht Wintermärchen mit Gesang,
hier geht es ruhiger zu vor Ort,
doch schlicht gilt dafür: Wort bleibt Wort.

Hier braucht es keine große Show,
da reicht im Zirkus schon ein Floh.
Gleichwohl sind emsig wir auf Zack
und scheu’n auch nicht den Schabernack.

Auf dem Tisch steh’n nicht nur Blumen,
lieber Teller, mit Volumen.
Nach Hausmannskost auch gern ein Bier,
so geh‘n wir‘s an, so sind wir hier.

An der Ems geht’s sachte zu.
So wie die Kuh wohl mal macht „Muh“
und doch dabei noch wiederkäut,
so sind hier an der Ems die Leut‘.

Will jemand dreiste sich vordrängeln
bleibt er an einer Schleuse hängen.
Ruhe dann, Geduld, bescheiden;
Zickerei’n könn’n wir nicht leiden.

Sag auch keiner neunmalklug,
das wäre alles nicht genug.
Wem’s hier nicht passt, der soll nur geh’n,
dann ist es hier nochmal so schön.

Wir lieben treulich, mit Potenz,
die Art und Weise an der Ems.
Und sollten wir woanders leben,
die Ems bleibt unser Heimatsegen.

O wu schön is mien Westfaolen

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O wu schön is mien Westfaolen,
löchtest wiet, mien Heimatland.
Wat ick säch, dat is kien Praohlen,
daorup geew ick Hiärt un Hand.

Böök‘ un Eiken wasset prächtig,
es de Mensken, ohne Stuss.
All’s wat is, is deep un deftig,
so auk alltiets guet in Schuss.

Wulken weiht, et löcht‘ de Sonne,
Riägen föllt, et bläss de Wind.
Erntedank dann is ne Wonne,
wenn auk Schweet nich weinig rinnt.

Hand in Hand gaoht wi et an;
denn bi’t Werken giff’t kien Haollen.
Doch is’t geschafft, so singt wi dann:
O wu schön is mien Westfaolen!

Plattküern

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Maol Plattküern, dat is mehr äs schön.
Dat Hiärtken geiht wiet up debi.
Ganz anners äs so Wortgedröhn,
klingt et vertruulick, echt un frie.

Gaoht Döönkes daobi dör de Runde,
dann lacht wi, dat de Heide wackelt.
Män geiht et auk es deep to Grunde,
wiätt ernsthaft küert, nich lange fackelt.

Tschä, nett up Platt sick wat vertell’n,
mäck munter glieks, doch manchs auk still.
Man bruukt sick nich debi verstell’n,
drüm präötket wi, so Gott et will.

Nich bloß von dat wat fröher wör
vertell wi gerne us so wat.
Auk wat vandag so giff Couleur,
beküer wi iämso nett up Platt.

Doch äösig Witz’ un dösig Babbeln,
dat hät mit Plattdüütsch nix to doon.
Well meint, he möss pattu so sabbeln,
mäck ’t Platt kapott, denn dat is Hohn.

To Platt päss kiene graute Schnuut,
un iä’mso weinig wild Gestüöhn.
Bi Platt, dao süht man guet bi uut,
drüm is dat Plattküern auk so schön!

Us Plattdüütsk is so warm, so riek;
doch kann man sick de auk an schüer’n.
Met jede Spraok steiht Platt sick liek –
wi könnt et gar genoog nich küern!

♣ ♣ ♣

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Emsvorbild

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Der Kunstausschuss kam zu dem Schluss,
dass frei zwar wären die Gedanken,
sie dennoch aber bräuchten Schranken,
damit geäußert würde nicht nur Stuss;

das gäbe Anlass oft zur Klage.
Auch gäben bei dem ganzen Schmu,
noch Dussel ihren Senf dazu,
und umso heikler würd‘ die Lage.

Wie an der Ems geredet würde,
sei vorbildlich im Sprachgebrauch,
sei Sprache ohne Schwall und Rauch,
knapp gesätzt und ohne Hürde.

Sprachsparbücher gäb’s sogar;
denn längs der Ems, an jedem Orte,
spare man der vielen Worte
und käme dennoch leichthin klar.

Der Hund in Bielefeld

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Es bellt ein Hund in Bielefeld,
der ebenso wie viele bellt,
jedoch nicht hält,
was er so bellt
und damit andere verprellt.

Wer sich zu uns jedoch gesellt,
dem sei zunächst einmal bestellt,
dass er den Mund wohl besser hält,
statt uns verprellt
und auch so bellt
wie dieser Hund in Bielefeld.