Maolertempo

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Aff un an is dat Huus maol dran. Dat dachte sick auk Frollein Evers. De Schooljuffer harr jüst de Pension guet dör un auk von de Sparkasse gaff et noch guet wat uut nen Sparvertrag. Dat moch nu wuohl trecken för de Giebelwand, denn dao feihlde et maol wier an Farbe.

Nu wör Frollein Evers nich Frollein Evers, wenn se sick bi so wat vörher nich heelmaol klook möök. Handwerkers un Handwerkers, oh, oh, dao kann man nich genoog bi uppassen! Un dann vandage de Stunnenlöhns! Dao flügg dat Geld jä män so weg. Drüm leit de Frau sick de Angebote auk alle guet dör’n Kopp gaohn. Antlest schinn iähr den Anstrieker Quieter ganz patent. De harr guet wat an Gesellen, Gerüste un Geräöte, so dat et mit dat Giebelstrieken an sick schön flott klappen könn.

Heidewitzka göng et den Maondag drup auk forts schwank loss demit. Erst möök nen Trupp dat Gerüst un dann werkten twee Kerls auk all mit Farb un Pinsel. För so ne Juffer an sick schön to bekieken. Auk kreeg se up klooke Fraogen glieks klooke Antworten: Vorstrich, Isolierstrich, Grundstrich un Anstrich hier un Farbstrich dao. Wat mehr? 

Doch nu schwüngen de beiden Riekkels (von Rüde) dao all veer Dage den Widdelquast an de Huuswand hen un her. Marijo, nich dat et nich gründlick sien soll, aower so langsam möök sick de Everske de doch nu Gedanken üm.

Üm bi de Antwort wuohl wat Tiet to gewinnen, rüöhrde Benno, well dao upt Gestell den Vorarbeiter wör, gründlick in den Farbenpott harüm, reckte piel sienen Puckel dör, schööf mit gekonnten Tungenschlag den Hahnewacker (Kautabak) up de ännre Backensiete, spiggede de schwatte Priemsoße wiet weg nao unnen hento un sagg: „Tschä, guede Frau, dao fraog ji män wat … Ick sägg es so, wenn de Olle düsse Dage den Ladbiärgsken Kerktaon för den Anstrich krich, dann geiht dat flott hier. Dann sin wi de in Nullkommanix mit feddig. Aower wenn nich, also dann kann dat hier noch wat duern …“

Ali un Aldi

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1960 gaff et bi us in Düütskland jüste maol 1.500 Türken. Aldi deelde to de Tiet siene bis daohen jüste maol 300 Kaupladens in Aldi-Nord un Aldi-Süd up. Van nu an duerde et gar nich mehr lange, dao daien bi Aldi nich bloß de ersten Alis flietig inkaupen, nää, baolle leip bi Aldi auk all den een off annern Ali gar äs Filialleiter. Kick, dat is Integration! Dat göng so wiet, dat Ali maol bi Albrechts Karl in Essen anrööp un em sagg: „Allo Scheffe, hier Ali. Wille sagen, Pappepier für Klosette war nich auf Palette. Jaja, Scheffe, sonst alles Paletti bei Ali hier.“ Kick, so wör dat.

Tüskentiets liäwet von Ali nu all veer Generassionen bi us. Un uut kien Stadt un Land is Aldi wegtodenken. Ali auk nich. Egaol off Ali oder Aldi, beide häbt sick guet maaket un gehört längst to use Kultur hier. Vörbi, de Tieten, as sick so männig fien Menskenkind to schade wör, in so Billigläden es Aldi intokaupen; vörbi auk, as Ali noch stüödderde: „Scheffe, nich verdrehen, Ali nix verstehen…“ Nu mott Ali et jä nich glieks up Platt doon, doch et is auk nix, sick de bloß met „Verständigungsschwierigkeiten“ harümtoschlao’n. Dann geiht et van Anfang an in‘ Knüpp.

Män wat sägg ick dao?

Eenen van use hiesigen Landslüe hier, Hillebrands Gerd, de leip vör Jaohren es in Dortmund. He wör dao up Besöök bi siene Dochter Roswitha. Nu ja, wu dat vandage so is, wör Roswitha auk all van iähren Kerl aff un schlöög sick dao so äs „Alleinerziehende“ dör. Un so moss de junge Mama nao Fieraobend up ’n lessten Drücker auk noch gau de Kinner uut de Kita haalen. Tüskentiets könn Gerd jä noch wuohl gau wat fört Aobendiätten inkaupen. Nu ja, waorüm nich. Gerd wör jä gar nich so. Un so möök he sick denn auk met den Inkaupsbüül up ’n Patt.

Nu moss wietten, Dortmund, Junge, dao is all wat an Straoten! Herrjeh, Gerd kreeg un kreeg nich den rechten Dreih dao nao’n Aldi hen. Dao fröög he den erstbesten jungen Türken: „Du, höre er mal! Wo hier geht’s hin nach Aldi?“ Gewitzt keek em den klooken Ali an un sagg to Gerd: „Hö? Zu Aldi!“

Gerd schlöög sick verdutzt an de Plääte un meinde: „Wat?! Schon zu hier Aldi…?“

 

Gottes Suldaoten

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Bäänd harr es Räötselglück. Mit den ersten Pries göng et för em nao Hamburg hen. Jaja, „Hamburg ist ein schönes Städtchen“. Bäänd wüss wuohl, wat mehr noch: „Da gibt es viele schöne Mädchen …“ Nich ümsüss hett et dao in nich weinig Hüüser: „Nur herein werte Herrschaften, die Damen sind schon da.“

Waorüm sall dat nich auk es för Bäänd maol wat sien? Man kann doch nich immer bloß met Wiehwaater üm sick splentern, orre? Also: Heidewitzka, Herr Kapitän! Bäänd leit auk nix uut. Män guet, dat he alleene dao up de Walz wör. Man weet nich, wu de Lüe villicht es maol küert. Ümso mehr möök he ganz unwies mit bi de „Polonäse Blankenese“.

Oh ja, mein lieber Schwan, so is dat up de Reeperbahn. Und, oh je Susanna, nu auk noch mit Hanna! Leute, das Leben ist lebenswert! Dao kömmt et nu up een Flintenwief gar nich mehr up an. Ein bisschen Spass muss sein. Also: „Hak‘ dich unter, wir wollen zusammen mal bummeln geh’n.“ Tschä, du bis mein Stern, du sööte Deern!

Weil de Verstand nu all längst bi em in de Buxe wör, süng Bäänd denn auk heelmaol brünstig: „Komm doch meine Kleine, sei die meine, sag‘ nicht nein. Du sollst bis morgen früh um neune …“ Män dann … Dann, as de Muorgen kam, fünd he sick, lang hen, up ne Bank an‘ Fischmarkt wier. Halwen Buddel Sekt noch in de Taschke. Piraten Jonny söhg wuohl nich vull änners uut.

Dao kam nu up maol nen Trupp Blasmusikanten up em to. So ganz nao Walzer hörde sick dat nich an. Daoför süngen se sick lück ernst mehr so wat terechte. Den Solosänger bleef nu bi em an de Bank staohn un sagg, se wollen wuohl gerne hier siene Siäl noch iäben retten. „Villicht dai mi dat hier gar nich schaden“, schööt et bi Bäänd dör. Doch eher he in sienen dicken Kopp de wat up säggen konn, süng den geistlicken Solisten all: „Die Gnade der Barmherzigkeit, die Jesus mir erweist, die macht mich frei und froh zugleich. Voll Dank mein Herz ihn preist!“

Dä. Well härre dat dacht? Hummel, Hummel, dao sägg nich eenen noch wat keggen Hamburg. Bäänd woll de noch wuohl mehr von wietten un fröög nieschierig, as wat för Segensbringer se denn nu all so fröh up de Beene wören? „Na, als die Sodaten Gottes“, kreeg he lück frohgemut van de Heilsarmee to hören.

Oh ha. So wat harr Bäänd noch nich hört. Verwünnert mennde he: „Sieh an, sieh an. Dann muss es da bei euch ja wohl ne recht ansehnliche Kaserne sein, orre?“

Fließend Platt

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Niäben usen Wibbelt (1862 – 1947) giff et noch ännere Plattschriewers, de et bis up ’n Sockel bracht häbet, so auk Groth’s Klaos (1819 – 1899). De Mann wör Schoolmester un göng nao Fieraobend gern unner de Lüe, üm uut siene Werke to liäsen. He lutskede bi siene Vördrege immer gerne up ’n Bömmsken harüm, daomit em bi dat Gepraot sien Mund nich uutdrüügede. So leit sick wohrhaftig säggen säggen: Groth küerde fließend Platt.

     Wenn se in dat Auditorium also allmänto mit de Taskendooks togange wören, so harre et all wat demit up sick. Dat wören nich bloß Träönkes up de Wangen bi de Fraulüe un bi de Mannslüe wör et up de Vörbless (Stirn) nich eenzig Schweet, wat bi dat geföhlvoll Lustern dao all’s so weg moss. Nänä.

     Besönners bi sien Gedicht „Min Port“ wör dat so. Et hannelt von sien aolt Gaorenpäörtken, wat dao in nen heelmaol windscheef Stankett (Zaun) hüng. Nao Groth sien Riemmseln (Dichten) jankte un jankte de Port dao denn auk alltiets bi dat Up- un Togaohn in de rösterigen Angeln gottserbärmlick!

     Weil em dat merkbar angreep, bruukte et bi em immer noch ’n Extrabömmsken!

     Jesses, man sall et gar nich meinen, doch et schinn, dat de Mensken, de dao dör de Paort mossen, glieks auk mächtig dör ’n Schuersack mossen. Man konn et den Dichter jüsteto anseihn. Heel verbaast keek he dann von sien Blatt up, wenn he mit gewöllige Worde üöwer de Köppe weg in‘ Saal to denken gaff, wuvull Menskenkinners dao nich för immer, de Fööte vöran, dör de Port „hinweg“ mossen. Oh je. Dat is denn auk alle gar nich so eenfach.

     Un allmänto dat Knarren un Jamken daobi. Et bleef nich ohne Wirkung. Fraulüe konnen all baoll gar nich mehr ruhig sitten un de Mannslüe smeeten heel wehrig den Dassel debi up de Siet orre wiskeden sick upgekratzt de Plääten.

     Oh ja, so fließend Platt, dat bewiägede män doch de Lüe. 

     Eenzig so ’n draohtigen Buer, de möök sick es maol Luft un reip den Dichter to: „Groth, Groth! Eens kann ick hier sicher säggen, wenn de Port’ män es suvull Smeer (Fett, Öl) krieggen härr, äs miene Plääte tüskentiets hier Spütte, dann härren Se sick dat ganze Gedicht sparen konnt!“

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Wat döt man nich alles
för de Gesundheit

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Wat döt man nich all’s so för de Gesundheit! De Dokters weet dao vull mehr noch von, up so wat häbt se jä auk studeert. Aower ick füng dao auk all von klein up mit an! Daomaols meinde den Kusenknacker (Zahnarzt), Bömmskes wören nix för mi. Se greepen de Tiähn an, dat heele Muulwerk fuulde mi debi weg un antlest möss ick et män bloß noch mit Päppkes doon. Oh je, so doch nich! Also verkneep ick mi dat Sööte un füng so, an sick all recht fröh, mit dat Rauken an.

     Härr ick dat män för mi behaollen. Denn de Dokter sagg mi up ’n Kopp to, wenn ick dat olle Smaiken nich drangäff, göng ick wanner mit ne pickswatte Lunge int Graff. Dat satt. Denn so woll ick dat Ääsken nu doch nich giän tokniepen. Also smeet ick stantepee dat Tabaktüügs weg un wör von Stund an bloß noch geck up friske Luft. Ick woll de all mit nao Bayern hen, mientwiägen hauch harup up den Watzmann. Denn man geiht hier jä all Arm in Arm mit den Daut, bi alle de geföhrlicken Stickoxyde uut de Autos un so. Ick waog mi all baolle gar nich mehr uut ’n Huuse!

     Miene Frau meinde, ick soll et doch glieks in Indien es up nen hauhgen Pieler äs Säulenhilligen probeer’n. Dat sparde iähr wat an Nerven un mi wat an gesundheitlicke Anfechtungen. Tschä, villicht maol wat änners. Wat döt man nich all’s för de Gesundheit! Doch is dao nix mit holpen, denn Watzmann un Pieler is nix för mi. Dao fall ick bloß muusedaut bi runner, denn ick sin nich koppfaste (schwindelfrei).   

     Wat? Sägg mi ja nich wat von „Restrisiko“. Dat giff mi erst recht den Rest! Wenn mi fröchs, so is miene Aompiep längst all veräzt. Waorüm süss krieg ick wuohl lestertiet so schlecht Luft? Aower up de Dokters kanns di auk nich mehr verlaoten. Mennde den Medicus doch glatt to mit, de Puste göng mi mit de Punde uut. Ick möss an Gewicht wat affleggen, süss könn ick de wanner bi liggen blieben.

     Kick, nu so wat wier! Drüm göng ick erst es mien Tüüg dör. Man mott jä auk nich immer so dick antrocken laupen. Also dai ick et bloß noch in lichte T-Shirts un barfoot in Flip-Flops. Jaja: All’s för de Gesundheit. Doch Gewicht hen, Gesundheit her, nu leip ick verköhlt harüm. Dao wör wat an Schnaps nich bi verkehrt, meinde aolle Musekamp. Dat höölt von binnen her schön warm. Also häb ick gesundheitsbewusst up Schnaps ümstellt. Off ick noch ganz wies wör, kollerde (schimpfte) den Dokter mit mi harüm, dao sööp ick mi doch nu auk noch Löcker bi in‘ Kopp! Herrjeh! Eenzig blank Waater, dat wör noch wat för mi. Off ick dat verstaohn härre? Jaja. Wat döt man nich all’s för de Gesundheit … Ach ja. Doch nu kluckskerde et bloß noch so in mienen Buuk. Män wat sägg ick:

     „Tödliches Wasser“, so moss ick nu wier in de Zeitung liäsen. Kanns doch nich so langsam unwies bi wiärden? Herrjeh, is dat nich ’n Elend? Dat Waater wimmelde män so von Nitrate un süss so Gift. Man haalde sick den Daut debi. Kick, nu auk dat noch!! Et lött mi gar nich mehr schlaopen!

     Ick wier nao den Dokter un de meinde, mi hölp wuohl bloß noch ne Nervenkur. Nu ja, et is män all’s för de Gesundheit. Hauptsaake ick komm de nich noch bi int Geschirr. Doch well will all krank un unwies in de Kiste?