Ick laot et leiwer sacht angaohn

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Ick möch nich laupen es ’n Dandy
un gaffeln bloß noch an mien Handy.
Ick will auk kienen Klick mit Nick;
ick will bloß dao sien, ohne Trick.

Mi ligg auk nich so graut Marakel
mit heelmaol upgedreiht Spektakel.
Dat mehrste is ja doch bloß alle
nix änners wat äs Gift un Galle.

Wat wüerklick tellt wiärd mehrst entstellt
in so ne Glitzerglämmerwelt.
Denn Fake News, Hohn un Laigerie
is Düwelswerk un mäck nich blij.

Wenn Rummel bloß un Mumpitz tellt,
is’t schlecht bestellt in use Welt.
Bi schier Tamtam un graut Geluut,
dao kümp vull Guets män nich bi ruut.

Ick laot et leiwer sacht angaohn
un blief so tüskendör es staohn.
Dann kiek ick üm mi un bin froh,
weil t’t mehr noch giff äs so ’n Gedoo.

De olle Pütt

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De olle Pütt giff siet Gedenken
Dag för Dag sien smacklick Waater.
Well süss wuohl kann so prieslick schenken –
ohn‘ Puchen, Stüöhnen un Gequater…

Wi könnt an em us Biespiell nemmen:
Gern wat gewen, ohne murren,
Doch, döt us dat nich üöwernemmen,
för ann’re dao sien, ohne Knurren?

Dao düch et mi, as sagg he froh:
„Ick sin jä Pütt män bloß, nich mehr.
Mi löpp et uut de Quell‘ jä to,
drüm sin ick denn auk guet tofriär.“

Nu liäw auk ick so es den Pütt:
Ick gewe gern, ohn‘ graut Tamtam.
So geiht dat Guede nich verschütt –
un ick dank Gott, dat ick dat kann.

Aus: Liekuut, liekan, S. 165 – Aschendorff Verlag Münster

Verklungen,
doch in de Siäle drungen

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Ick göng alleene aobends dör de Felder
de Sönne sackte füerraut van de Erd‘.
Et wör ganz still, bloß giennen uut de Wälder
dao süngen Vüögel lichthen, ungestört.

Fien klüng et wiet, wiet dör de Felder,
nu all wat aobendwindumsungen.
Un se verklüngen ächten in de Wälder;
doch mi sind in de Siäl se drungen.

Ick bleef still staohn, keek still in ferne Wieden.
Tweedüüster wör’t all, nich mehr ganz so raut;
nich Dag, nich Nacht, so gar nich mehr verschieden –
so as to’t Liäben auk gehört de Daut.

Ick göng den Patt, sietto längs van de Brügge,
dao blenkten all de ersten Sterns.
Nu reipen Nachtuhls mi nao Huuse trügge:
Gau nao Huus, äs üöwerall un niärns.

♣ ♣ ♣

Siehe auch die vom Autor im Aschendorff Verlag Münster erschienenen Bücher:

  • Liekuut, liekan
  • Bömmskes & Bömmelkes
  • Hackemaih
  • Notizen von Fietsen un Miezen
  • Kalennerblättkes

Empfehlenswert – auch als Geschenk – die Hörbuch CD’s:
So is se, use Art und Liekuut, liekan

Außerdem die DVD: Liekuut, liekan dört Jaohr

Bestellung per Anruf beim Copy-Shop Rheine, Tel.: 0 59 71 – 40 54 15
(Montag bis Freitag von 10 – 12 und 15 – 17 Uhr)

De Düör steiht immer för di up

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Nu geihs haruut uut’ Öllernhuus,
wat wör de Tiet mit di doch fien.
Wi winkt us to, de Abschiedsgruß
dött sähr, doch mott dat so män sien.

Geiht dennoch maol bi di wat scheef,
dann weeß’, dao is Verlaot hier drup:
Tohuus hät jedereen di leew –
de Düör steiht immer för di up.

Menschen, die ihr wart verloren

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De Hilligaobend is ganz still;
dimstrig nu all, doch nich düüster.
De aolle Vaa putzt siene Brill,
för sick alleen so, met Geflister…

Alleene sitt he niä’m de Dör’n.
Et is nich mehr es fröher so.
As se noch all‘ bineene wör’n,
dao göng et munterer nu to.

Buuten üöwer Koppsteen rumpelt
up maol nen Wagen. Well könnt‘ sien?
Nä, nix för em, auk wenn he humpelt
gau ant Fenster – met lück Pien.

Daoför de Glock‘ nu bämmelt an,
met satten Klang; erhaben, stimmig.
He kick nao buuten dao, de Mann –
un dann in‘ Speigel, fraogend, sinnig…

Ne Träöne rullt em daobi ruut.
Sall glieks alleen he in de Kerke?
Met Mumm sägg he sick wohlgemut:
Jüst dat giff nu mi Kraft un Stärke.

De Glocken lüdet fierlick all.
De Mann föhlt sick es nie geboren…
Glieks will he singen, klaor un hall:
Menschen, die ihr wart verloren…

Liäwet up! Nix, wat mehr piert.
Singen will he froh, met Schalle.
Auk för de, de ohn‘ em fiert –
in‘ Hiärt bi em, dao sind se alle!