Allzeit gute Fahrt

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Heinz wör nen Heizer, dat et biätter nich göng. Feihlde bloß noch, dat he sagg: „Wenn et nich de Hölle wör, dai ick auk dao noch giäne wuohl maol uuthelpen.“ Damploks, de bruukten aower auk düftige (tüchtige) Heizers. Heinz wör so eeenen. Un wat för eenen! Nich to glöwen, wat he up graute Fahrt dao nich alle so dör de Füerklappe schmeet. Dat Füer woll brennen, wat süss?

Döösköppe können meinen, dat bruukte bloß guet Muckis. Von wiägen. Auk Heizers mossen fröher all Prüfung maaken. Göng et villicht es üm de „Abdampfleitung“ orre so wat es „Funkenfänger“, droffen Heizers sick dao nich dumm bi anstellen. Kick, för so wat gaff et dat Heizerexamen. Un auk dao gaff et all so nickelige Fangfraogen bi. Nänä, se mossen de all schön bi uppassen, sücke, de äs Heizers laupen wollen. Nu hät Heinz äs Kind all immer gerne sticksket (von Sticken = Streichhölzer). Füerkes bööten (brennen), dat konn he alltiets all guet; dao harr he immer all Spass an. Drüm woll he bi de Bahn dao auk gerne mit wiedermaaken. Nu ja, waorüm nich, aower erst moss he män dör de Prüfung.

Dao harre Heinz et nu mit so nen gelehrten Inschinjör Sounso to doon. Et schinn, de Mann wör nich ganz ohne. He reef sick dao immer so achtersinnig sienen Möppel (rieb sich sein Kinn). Nu keek he Heinz auk noch so van de Siete uut an un sagg em to: „Ach… eh, Herr Funke, wie soll ich sagen, das ist ja nun nicht immer alles so einfach auf so einer Lok, nicht wahr, vor allem, wenn es um die Fahrtgeschwindigkeit geht. Was könnten Sie als Heizer denn da wohl so tun, Herr Funke?“ Un he reef sick auk glieks all wier so sienen Möppel debi.

Heinz aower bleef ganz ruhig un sagg: „Ehrlich gesaacht, ich täte fleißig ’n paar Briketts mehr in‘ Kessel schmeißen.“ Den Inschinjör nickoppede wuohl, aower et schinn, dat he so ganz de noch nich mit tofriär wör. Nu beet sick dat Männeken gar verniensk (tückisch) up de Lippen un pruokelde noch maol nao: „Jaja, also, nicht wahr, das ist ja schon mal nicht schlecht. Aber, eh … Herr Funke, ich möchte nun auch noch gerne wissen, nicht wahr, was da so zu machen wäre, wenn die Lok mal rückwärts fahren müsste?“

Dä, dachte Heinz, upgepasst, dao wör se, düsse vertrackte Fangfraoge! He leit sick de aower nich bi uut de Ruhe brengen un sagg gar schön lichthen: „Nu ja, kein Problem, dann tät ich die Briketts vorher schnell umdrehen …“ Kick, gewusst wie. Dann män allzeit: Gute Fahrt!

Hett et Adé …

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     … döt et oft weh. Denn et giff Saaken, de bliewet, de kriss nich uut ’n Kopp. Dao kanns nich keggenansingen. Du moss de män dör. Un wenn se auk sägget: „Alles wird gut“, so duert dat oft lange Tiet.  

     Ick weet et noch es vandage, as ick dat lesste Maol dör mien Öllernhuus göng. Et is all lange Jaohren her. Daomaols göng ick eenmaol noch mit Sinn un Verstand dört Huus, eher ick et affschluuten moss. Ganz alleene un ganz langsam göng ick de noch maol dör.

     In’ Wuohnstuoben knarrde dat Parkett. De Wände kahl. Lütke schwatte Löckskes, wo maol Belder hüngen. Bloß noch dat Therometer hüng an de Siet, wo dat hellbökene Schimmel-Klavier stönn. Ick schüddelde mi, sessteihn Graod. Eenmaol noch tröck ick de Blendladens ganz hauch – un keek sinnig up de Thiekluse, dat aolle Kapellken, sietto von usen Huuse, dao wo se den Schmerzhaften Rausenkranz biäd’t harren, as miene Öllern stuorben wören. Ick keek – un keek. Dann gaff ick mi nen Ruck un – rummskedi – leit ick den Rolladen harunner. Huh, wat dat dör dat lierige Huus hallde. Un wat düüster dao nu in en kahlen Stuoben. Gau de Dööre to.

Nu in de Küök. Kien Herd, kien Disk, kien Stuohl, kien gar nix mehr. Doch. Eene Fleige. Arme Fleige. Ick leit se dao alleene un göng dör den Flur mit de hell-giälen Solnhofer Platten. Von dao uut de Treppe hauch nao buoben hen, wo ick fröher mien Zimmer harre.

  Et kam mi vör, as wenn et dao buoben nu noch stiller wör äs unnen. Doch still, wat is all richtig still? Mit nen vörsichtigen Tratt göng ick noch maol up usen Balkon un keek in usen Gaoren. Dao süng uut den aollen Appelbaom (Dülmener Rose) nen Gaitling. Süng he mi Adé? Et greep mi ant Hiärt. Ick dreihde mi üm. Balkondüörn to. Een Blick noch in mien Jugendzimmer. Lierig. Nix mehr dao. Auk icke nu nich mehr.

Ick moss gaohn. De Dööre lööt ick anlehnt. Heel mit Bedacht göng ick – Tratt för Tratt – de Treppen harunner. Unnen bleef ick noch maol staohn. Lusterde. Kien Mucks mehr to hören. Auk den Gaitling schweeg. De wör nu auk wuohl all weg. Adé …

Eenmaol noch de Klingel drücken. Göng nich mehr. De Strom wör affstellt. Eher ick nu gaohn moss, nöhm ick in dat traute Huus noch eenmaol deep Aom. Hm, ick wör siälig. Et röök in usen Huuse noch immer so es fröher. Un dann: Bumm … Nu wör de Huusdüör to.

Dat Bumm sitt mi noch immer hatt. Ja:

Hett et Adé,
döt et oft weh.
Doch jüst dat Scheiden mäck,
dat Liäben wiedertreck.
Drüm sägg: „Adé“ –
döt et auk weh.

Ja …

Du fröggs di: Wat sall dat, waorüm mott dat sien?
De Fraoge, se quiält di mit wahne Kopppien.

Un doch helpet de Fraoge alleen daobi nix.
Auk helpet dann nich noch so wiesklooke Tricks.
Du moss dao män dör, off du wills orre nich,
Hauptsaake du sömms lötts di dann nich in’ Stich.

Dann doo, wat du doon moss, un is et auk hatt,
bit Wasken wiärd immer dat Fell nu maol natt.
Doch bis du wier rein, un wat schuerde, wier ruut,
dann lött sick auk säggen: „Alles wird gut.“

Fließend Platt

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Niäben usen Wibbelt (1862 – 1947) giff et noch ännere Plattschriewers, de et bis up ’n Sockel bracht häbet, so auk Groth’s Klaos (1819 – 1899). De Mann wör Schoolmester un göng nao Fieraobend gern unner de Lüe, üm uut siene Werke to liäsen. He lutskede bi siene Vördrege immer gerne up ’n Bömmsken harüm, daomit em bi dat Gepraot sien Mund nich uutdrüügede. So leit sick wohrhaftig säggen säggen: Groth küerde fließend Platt.

     Wenn se in dat Auditorium also allmänto mit de Taskendooks togange wören, so harre et all wat demit up sick. Dat wören nich bloß Träönkes up de Wangen bi de Fraulüe un bi de Mannslüe wör et up de Vörbless (Stirn) nich eenzig Schweet, wat bi dat geföhlvoll Lustern dao all’s so weg moss. Nänä.

     Besönners bi sien Gedicht „Min Port“ wör dat so. Et hannelt von sien aolt Gaorenpäörtken, wat dao in nen heelmaol windscheef Stankett (Zaun) hüng. Nao Groth sien Riemmseln (Dichten) jankte un jankte de Port dao denn auk alltiets bi dat Up- un Togaohn in de rösterigen Angeln gottserbärmlick!

     Weil em dat merkbar angreep, bruukte et bi em immer noch ’n Extrabömmsken!

     Jesses, man sall et gar nich meinen, doch et schinn, dat de Mensken, de dao dör de Paort mossen, glieks auk mächtig dör ’n Schuersack mossen. Man konn et den Dichter jüsteto anseihn. Heel verbaast keek he dann von sien Blatt up, wenn he mit gewöllige Worde üöwer de Köppe weg in‘ Saal to denken gaff, wuvull Menskenkinners dao nich för immer, de Fööte vöran, dör de Port „hinweg“ mossen. Oh je. Dat is denn auk alle gar nich so eenfach.

     Un allmänto dat Knarren un Jamken daobi. Et bleef nich ohne Wirkung. Fraulüe konnen all baoll gar nich mehr ruhig sitten un de Mannslüe smeeten heel wehrig den Dassel debi up de Siet orre wiskeden sick upgekratzt de Plääten.

     Oh ja, so fließend Platt, dat bewiägede män doch de Lüe. 

     Eenzig so ’n draohtigen Buer, de möök sick es maol Luft un reip den Dichter to: „Groth, Groth! Eens kann ick hier sicher säggen, wenn de Port’ män es suvull Smeer (Fett, Öl) krieggen härr, äs miene Plääte tüskentiets hier Spütte, dann härren Se sick dat ganze Gedicht sparen konnt!“

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Schappgeklimper

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Wenn hier wat von Schappgeklimper steiht, so is dao nich ne 1960-er Musiktruhe mit meint. Dat mit dat Klimperschapp, dat geiht heel wieder noch trügge. Können wi dao män noch mit Sommerfelds Willy (1904 – 2007) üöwer praoten, de dai us dao sicher giän noch wat up säggen. Aower wu dat so is, Willy is all daut. Eens aower bliff von em bis vandage: Sommerfelds Willy wör den lessten Kinomusikanten. Noch mit hunnert Jaohren sett’e de Mann sick an sien „Schapp“, wu he sien Kinoklavier up Platt nannde. Dann konn sien wat will för ’n Film, Willy kreeg de Schwung in. Un fraog nich wie. 

     Up de Fraoge: „Was macht der Maier am Himalaya?“ grabbelde he de Akkorde män so bis heel buoben hen; denn mit den Himalaya, moss wietten, also dat wör gar nich so eenfach: „Rauf, ja, das kunnt’ er, doch wie kommt er runter? Ich hab so Angst um den Maier am Himalaya, der macht ’nen Rutsch – und dann is er futsch.“ Un dann aower! Könnden wi et bloß noch hören: Glieks göng et kunstfeddig mit dat Schappgeklimper wier von buoben daal harunner. Man meinde, den Klimperkasten härr et auk troffen: Bimbambum, Rumbum … Dat Volk höölt de Luft debi an. Klüng et aower Ting-tara-rara, ting-ting, so göng den Vörhang all runner, dann wör et mit den Film an‘ End. Schapp to un Willy harr Fieraobend. So wör dat daomaols in de Kinos. 

     Auk so eenen es Willy spiellde Anno Tobak in den Schaupalast. Dao leip to de Tiet jüst nen Film mit de graute Stummfilmdiva Adele Sandrock (1863 – 1937). Drama üöwer Drama. Dat bruukte all guet Geklimper. Godorri, Adele satt de heelmaol mit in de Bredullje. Se harr ’n Kind van so nen liederlicken Edelmann. Doch den adeligen Luftikus woll iähr pattu nich hieraoden. Oh, wat nen Krach inhuuse nu. Se moss de Döör haruut debi. Dao wüss nu de arme Deern mit iähr Kind nich mehr wohen. Heel verbaast (kopflos) leip se, dat Kind up ’n Puckel, up nen wietlöftigen Kolk (großer Weiher) hento. Aff int Waater. Se stönn dao auk all bis an de Kneie drin. Mann, stell di so wat es vör! Et schinn, dat möök den Kinomusikanten reineweg unwies. He slöög män so up sien „Schapp“ harüm, so, as woll he et dullweg kuort un klein hauen.

     As Adele, Kind up ’n Puckel, dat Waater nu all bis an de Struotte (Kehle) göng, konn auk ’n stämmigen Kerl in den Kinosaal nich länger mehr an sick haoll’n. Heel met de Nerven feddig, reip he: „Adele, Adele! Nemm nu bitte glieks auk noch den kollerigen Klimperkünstler mit!!“

     Wat sall ick de noch up säggen?

     An besten: Ting-tara-rara, ting-ting!

Stutenkerl un Piepenkopp

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Also dat is jä starken Tobak! Nich dat ick dat Smööken fienküeren will, aower de rabellsken Nichtrauchers gaoht apatt män doch wat wiet. Nu häbt se gar den Stutenkerl mit siene Piep upt Körn nommen. Also et giff doch  vandage baolle nix mehr, wo se nich wat in finnet. Üm nu nich auk noch Stutenkerlpiepkes antolaupen, häbet sick de „innovativen Stutenkerlpfeifenfreunde“ nett wat infallen laoten. Düsse gewitzten Erfinders fimmeleerden sick Fleitepiepkes deruut. Ja, dat is waohr! In de Volkshochschule laupet all de ersten Kurse: Die neue Flötentechnik im Umgang mit der modernen Stutenkerlpfeife.

     Unner us: Villichte wör et gar nich so verkehrt, mit so nen Stutenkerlpiepenkopp es nao ’n Pyschater to laupen, nich dat man bi dat Trällern noch dördreiht. Guet müöglick, dat dao all iäbenso den een off ännern Stutenkerlbäcker sitt. De Kopp hät so jä all genoog mit immer düsse Backstuobenhitze to doon. Un nu auk noch den leidigen Stutenkerltamtam. Dao kann licht wat bi uut de Spuor laupen. Nänä, dat is män alle gar nich so eenfach.      

     So kam bi den Bäcker Blanke hier vör Jaohren auk es so üm den 6. Dezember harüm nen stäödigen Hengst in den grauten Backstuoben harin geklappert un wieherde: „Kick, Blanke, auk flietig?“ Un glieks fröög em dat Dier: „Ach, wat ick säggen woll, krieg ick hier wuohl schöne Stuten?“

     Mann, stell di so wat es vör! Den Bäcker Blanke keek auk heel unwies von sienen Backtrog up, greep sick verbaast an‘ Kopp, wiskede sick den Sweet von de Plääte un spröök: „Also nä! Du büs mi jä villicht ’n Kerl…!“ „Dat machs wuohl säggen“, nickoppede den Hengst, „ick sin auk män eenmaol gerne nen Stutenkerl…!“

     Kick, auk wier so wat, wo bloß noch säggen kanns: „Kerl, Kerl, Kerl, dat de Lüde et nich hört.“ Un dao blief nu auk noch etepetete bi. Ick sägg ja, alle gar nich so eenfach. Hauptsaake man kömmt de nich ganz bi in‘ Knüpp. Ansüss mott man sick de män alle dumm mit hendoon. Süss steihs erst recht unner Damp – un eher di ümkicks is all Wiehnachen. Nänä, jüst nu män schön langsam an. Is alle all unwies genoog in de Welt.