Bild: pixabay

1960 gaff et bi us in Düütskland jüste maol 1.500 Türken. Aldi deelde to de Tiet siene bis daohen jüste maol 300 Kaupladens in Aldi-Nord un Aldi-Süd up. Van nu an duerde et gar nich mehr lange, dao daien bi Aldi nich bloß de ersten Alis flietig inkaupen, nää, baolle leip bi Aldi auk all den een off annern Ali gar äs Filialleiter. Kick, dat is Integration! Dat göng so wiet, dat Ali maol bi Albrechts Karl in Essen anrööp un em sagg: „Allo Scheffe, hier Ali. Wille sagen, Pappepier für Klosette war nich auf Palette. Jaja, Scheffe, sonst alles Paletti bei Ali hier.“ Kick, so wör dat.

Tüskentiets liäwet von Ali nu all veer Generassionen bi us. Un uut kien Stadt un Land is Aldi wegtodenken. Ali auk nich. Egaol off Ali oder Aldi, beide häbt sick guet maaket un gehört längst to use Kultur hier. Vörbi, de Tieten, as sick so männig fien Menskenkind to schade wör, in so Billigläden es Aldi intokaupen; vörbi auk, as Ali noch stüödderde: „Scheffe, nich verdrehen, Ali nix verstehen…“ Nu mott Ali et jä nich glieks up Platt doon, doch et is auk nix, sick de bloß met „Verständigungsschwierigkeiten“ harümtoschlao’n. Dann geiht et van Anfang an in‘ Knüpp.

Män wat sägg ick dao?

Eenen van use hiesigen Landslüe hier, Hillebrands Gerd, de leip vör Jaohren es in Dortmund. He wör dao up Besöök bi siene Dochter Roswitha. Nu ja, wu dat vandage so is, wör Roswitha auk all van iähren Kerl aff un schlöög sick dao so äs „Alleinerziehende“ dör. Un so moss de junge Mama nao Fieraobend up ’n lessten Drücker auk noch gau de Kinner uut de Kita haalen. Tüskentiets könn Gerd jä noch wuohl gau wat fört Aobendiätten inkaupen. Nu ja, waorüm nich. Gerd wör jä gar nich so. Un so möök he sick denn auk met den Inkaupsbüül up ’n Patt.

Nu moss wietten, Dortmund, Junge, dao is all wat an Straoten! Herrjeh, Gerd kreeg un kreeg nich den rechten Dreih dao nao’n Aldi hen. Dao fröög he den erstbesten jungen Türken: „Du, höre er mal! Wo hier geht’s hin nach Aldi?“ Gewitzt keek em den klooken Ali an un sagg to Gerd: „Hö? Zu Aldi!“

Gerd schlöög sick verdutzt an de Plääte un meinde: „Wat?! Schon zu hier Aldi…?“

 

Bild: pixabay

Wat wäre use Demokratie ohne Versammlungsfreiheit, ohne Patteien, Vereine un süss alle noch so Versammlungswillige? Mensken kommet tohaupe, de nich bloß in Huuse klucken willt un auk ansüss wuohl gern wat doon willt. Dat sind guede Demokraten.

So es Willi, de sick nu wier in Fröhjaohr üm de Spreenkastens (Nistkästen für Stare) kümmert. Dao draff he bi so vull Werken an de friske Luft in de Versammlung auk wuohl es schlaopen. Daoför is Mathilde ümso niäriger (munter) debi. Mathilde stricket nu all wier Pullunder för den Wiehnachtsbasar. Bi so Sitzungsversammlungen gaoht iähr de Maschen män eenmaol flott von de Hande. Fritz is auk immer demet bi. He sitt äs „Wegewart“ vörne in de erste Riege. Häff he inhuuse auk nich vull to melden, so bläs he sick in de Gemeindeversammlungen ümso mehr up. Un dann noch so alle siene wichtigen „Streckenbegehungen“! Dao kann he sick män eenmaol guet söwwst mit uut en Huuse küeren.

Doch nu bämmelt auk all de Vörsitzende met siene Klock. He beginnt: „Liebe Anwesenden, ich begrüße euch alle und danke jedem einzelnen für sein zahlreiches Erscheinen. Besonders begrüßen möchte ich zu dieser Frühjahrsversammlung heute den Amtmann Sievers vom Bezirk. Noch is er nich da und so müssen wir ohne ihn anfangen. Es geht um die Wege und Plätze im Dorf. Fritz, du hast das Wort.“

Fritz steiht up un säch glieks, se wären „restlos im Eimer“, de Straoten un Wiäge. He könn et nich änners säggen. Ganz schlimm. Bloß noch Mutke und Driete (Matsch und Dreck). „Dat geiht so nich wieder!“, röpp Trudchen detüsken. Statt sick mit Handteeken to melden, röpp Trudchen doch nu immer schnippsk detüsken. Se wäre dat lange all leed! Man mösse apatt es ‘n anner Wort mit düssen Amtmann Sievers küeren!

Hö? Dao küerde he all füffteihn Jaohr mit, röpp Fritz fuchtig terügge. Schinn et aower sowiet, möök den Amtmann glieks wier nen Streek dör de Riäknung. Deibel nä, et wäre de gar kien Doon an. „Dann mött wi de endlicks söwwst wat an doon!“, röpp Trudchen kiebig, dat Fröhjaohr wochede nu maol nich. Oh, de Lüe trummelt up de Diske debi! Ha, Mathilde rutskede ne Laufmasch debi wech. Et geiht de graut bi her. 

Alle willt glieks wat doon, üm „das Verkehrsnetz zu verbessern“. „Laot‘ us forts män mit den Amselpatt anfangen!“, röpp Gustav, de süss nix säch. He wuohnt dao niämlicks Nummer füffteihn. Oh, wat batz ne Wehrerie in‘ Saal! Womit bloß anfangen? Et schinnt, et geiht drunner un  drüöwer.

De Vörsitzende bämmelt met de Klock detüsken un röpp: „Godorri! Sachte an! Es scheint bis zu weiteren Versammlungen noch Beratungsbedarf.“ Drüm woll he „beizeiten eine neue Versammlung anberaumen“.

Män to. Dat Jaohr is auk män jüste anfangen. Vull Tiet noch för Versammlungen. So könnt wi auk glieks guet wier wat för use Grundgesetz mit de Versammlungsfreiheit doon. Dao kniep wi nich vör uut. Nänä. Wi sind hier guede Demokraten.


Plattdüütske Bööker von Otto Pötter bi Aschendorff Mönster
Alltiets wat Schöns von hier!

Bild: pixabay

Kodderig Wiär, dat is nix för de Gesundheit. Jüst aolle Lüe laupet dann gau mit ne Verköhlung un häbet et wahn an‘ hooßen. Mit de Bronchien is nu maol nicht spassen. Dat wüss Anton auk. So woll he de glieks wat keggen doon. Un so stönn he in de Stadt dao nu vör de Afftheek, sienen Struppi an de Liene debi. Doch Struppi droff de nicht mit in. „Hunde müssen draußen bleiben“, stönn graut an de Afftheekendöör. Ick säch di, dat dat alle so städtske Marotten sind. Egaol. De Rüe harre jä auk nix. Aower wohen demit? Anton keek üm sick, üm dat Dier wo antobinnen. Aower nix. Nix to maaken. An allen Mumpitz harren se dacht, aower Diere mossen män seihn, wo se bleewen.   

     Gott Dank kam dao nu ne Frau up em to un Anton göng dat Menske auk forts an: „Stopp! Könns mi wuohl iäben den Hund haollen. Ick mott dao gau in un haalen wat.“

     De Frau bleew staohn, keek em an un sach bloß: „Bitte …“

     Oh, göng et Anton dör ’n Kopp, glieks häs et hier all mit so ne fiene Dame to doon. Se harre em wuohl nich recht verstaohn. Also dai et de Mann nu vörnehmer: „Ich meinte, ob gnää Frau, nich wahr, also ob Se vielleicht so gut sein möchten, mir nen Moment den Hund zu halten, derweil ich nur kurz mal eben, von wegen alle die Verkühlung mit de Huusterei, in die Apptheke rein muss, ich meine, wenn’s nich zu viel verlangt is.“

     De Frau keek em verwünnert an un sach: „Dao bruukt Se ja gar nich so gewöllig Worde üm maaken, ick sin de wuohl ächter kuemmen, üm wat et geiht.“ Doch nu wiesede se up den Rüern un sach: „Ick häb bloß frocht, off he bitt?“


Fragen Sie in Ihrer Buchhandlung
nach plattdeutschen Büchern von Otto Pötter
aus dem Aschendorff-Verlag Münster.

Die zeitlos ansprechenden Pötter-Bücher
zählen zu den Klassikern der plattdeutschen Sprache
und sind zu jedem Anlass ein originelles Geschenk „von hier“