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Wie wir sind? Nun, wie sollen wir sein? Also, das sind aber auch Fragen! Ich sag’s mal so: „Wir sind, wie wir sind.“ Wieso is das keine Antwort? Ach so, nu ja … Am besten fiel mir da was auf Platt bei ein. Aber das versteht ja heute keiner mehr so richtig. Aha, doch noch ein bisschen? Da bin ich aber platt. Also dann sag ich’s mal so: „Wi sind nich vull anners, äs anner Lüe auk.“ Mehr braucht’s doch auch gar nich. Sonst reden bloß wieder die Leute. Und wer viel redet, der lügt auch viel. Das is so. Mund halten aber, da macht keiner was verkehrt bei. Jaja, weil wir nich viel sagen, is wohl auch so, dass wir schlau sind. Auch wenn andere das nich so meinen. Aber da geht’s ja nich immer nach.   

     Hö? Verschlossen? Ich hör wuohl nich recht. Sind wir denn nich gut zugange hier? Wie, etwas genauer? Warum denn forts so kompleziert? Muss doch gar nich. So was gibt bloß unnütz Ärger. Genau, Menschenkenntnis is das. Nich gleich mit Jan un Tussi Bussi Bussi. Da sind wir nich für. Viel zu viel Gesabbel dabei. Mit so was kommt man bloß auf de Straße.

     Was? Ja sicher muss man auch mal was sagen. Das tun wir ja auch wohl. Aber es muss auch alles schön im Rahmen bleiben. Nänä, ganz ohne was sagen, geht auch nich. Man kann ja nich immer nix sagen. Wie sollte das gehen? Dann könnte man ja gleich ins Kloster gehen. Tschä, so ganz verkehrt is das vielleicht auch wieder nich, aber da stehen nu mal keine zwei Paar Pantoffel vors Bett. Un so is das da wohl nich so ganz leicht mit das Schweigen. Nänä, ab und zu mal was sagen, is ganz gesund. Da is nix umbei. Aber nich reden, bloß um zu reden. Das is bloß babbeln.

     Beispiel? Och, gibt’s doch genug von! Nimm bloß die Wetterberichte. Was se da heute nich alles so von machen! Nein, ach nein. Man könnte rammdösig dabei werden. Hier nen Schwall mit Hektopascal und von de Azoren her alle so Wolkenverfahren mit Isobaren. Un wenn se noch so klug daherreden, Wetter bleibt Wetter. All’s andere is bloß wieder mal so ’n Prophetengeschnatter.

     Hö? Ja sicher sind wir nett und aufgeschlossen. Wer sagt denn von nich?  Mein Zeit. Also gut, dann mach ich’s kurz:

Bei Ruhe und Gemütlichkeit
sind wir zum Pläuschchen gern bereit.

Ob Döönken oder Mär,
das geht so kreuz und quer;
mal mit, mal ohne Biss,
wie’s halt so is.

Ein bisschen kühl, ein bisschen cool,
doch wackelt auch schon mal der Stuhl.

Jaja, das gibt’s hier auch schon mal. Wir sind ja gar nich so. An sich aber sind wir, wie wir sind. Jaja, so is das hier mit uns.  

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Siet Corona gif et bloß noch eene Parole: Affstand haollen! Dao sind wi noch lange nich mit dör. Nu ja, wi Emsköppe harren et ja noch nie so harre mit Bussi Bussi un so. Also wi könnt dao wuohl mit liäben. Un doch mott man sick de nu aower auk nich ganz bi uut ’n Weg gaohn. Daoför giff et ja düsse Tweemeterzonen. Wat mott, dat mott, auk wenn dat nich immer eenfach is.

     Ick denk dao jüst an de geprüften jungen Kerls, de üm Ramona von wiägen Corona glieks nen grauten Buogen mööken, üm nich doch noch villicht unverhofft dörtobriäken, dör de Tweemeterzone. Oh ja, feihlt för sücke nu bloß noch de Leinenpflicht.

     Oha, de Leinenpflicht. Also de wör nu för so dusselige Bummelanten gar nich verkehrt; so Dämelacken, de tatsächlick immer wier minnachtig an de Zonenrandgebiete harümschlawienert. Dao möss man heel änners bi dörpacken. Fraog bloß es sücke, de dao uut DDR-Tieten her noch wat von kennet. Dat wör dao ’n heel geföhrlick Liäben in de Zonenrandgebiete. Aower auk ohne Schießbefehl, well härre et dacht, dat wi et mit düsse geföhrlicken Zonenrandbestimmungen nu up maol wier bi Corona to doon krieegen … Jaja, et is ne verrückte Welt wuorden. Aower nu, Gesetz is Gesetz.

     Doch eene Sorte Mensken is debi to bedueren. Et sind sücke, de guet schlecht hören könnt. Drüm sind et nich immer glieks de Schlechtsten, de sick in düsse riskanten Zonenrandgebiete as Gesetzesbriäker so rümdriewet. Dao sind vull Schwuorhörige debi. Un dann is et wier sowiet, mit de Zonenrandgebietsprobleme. Jaja, aower ansüss kreegen se jä nix mehr mit! Drüm is dat siet Corona mit iähr auk män bloß noch eene Rooperie. Ganz schlimm.

     Härres Bäänd un Jopp es hören mosst. De beiden leipen sick dao, een üm de änn’re Siete, up de Mönsterstraote in de Mööte. Bäänd wünk Jopp fröndlick to un reip: „Kick an, Jopp! Sin ji auk noch alle schön gesund inhuuse?“

     „Ach“, bleef Jopp anner Siete staohn un bölkte terügge, „inhuuse häw wi wiägen düsse scheiß Pandemie lange all kiene Heringe mehr hat!“ He höölt nen Büül hauch un juchheede: „Doch nu gaff et endlicks es wier ne Düppe Heringe uut de Kühlung!“ Bäänd keek verbaast in de Höchte un schree: „Schönschön! Aower ick woll an sick män bloß wietten, wu et so is, mit di un dien Frau?!!“

     „Miene Frau schnibbelt dao immer noch üörnlick Ssiepel bi an!“, krijölde Jopp, „dann schmeckt et nochmaol so guet!!“ „Ach“, kollerde Bäänd grantig, „leck mi doch ant Gatt.“

     „Jaja, dat is wat!“, reip Jopp em to, „dat is immer wier ’n lecker Aobendiätten!!“

Kolumnentext in der Münsterländischen Volkszeitung
während der Corona-Pandemie
am 25. April 2020

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Winterdages, wenn et mit dat Buutenlaupen naolött un et dagesüöwer ja auk all fröh finstert, huukskert nich weinig Lüe allmänto vör de Flimmerkiste. Nu mott jedereene et sömms wietten, wat he von muorns bis aobends so mäck, man mott bloß uppassen, dat man et nich in en Kopp krich debi.

     Ick weet noch guet, dat et fröher män bloß twee Fernsehprogramms gaff un et daomit auk erst to Aobend lossgöng. Un vör Middernacht wör auk all wier Schluss mit de Fernsehunterhaltung, weil „Morgenstund Gold im Mund“ harre. Man fröch sick vandage, wu dat fröher wuohl alle so ohne Fernsehen göng? Nu ja, de Lüe daien wat änners: mehr biäden un liäsen daien se, stricken, häkeln, basteln, handwerkern orre se schreewen Breefe; et gaff ja noch nich üöwerall Telefon.  

     Nu leit sick villicht säggen: „Guet, dat dat vandage anners is!“ Is aower alle düsse moderne Fernsehunterhaltung biätter? Wenn mi fröchs, können von füfftig Programms glieks vettig wier von de Bildfläche verschwinden. Aower auk de Öffentlich-Rechtlichen sind nich mehr dat, wat se maol wören. Oft pallavert se dao all jüst so herüm, es bi de Privaten, de et mächtig rabaukig angaoht. Egaol is de wat mit de Polßei.  

     Mott aower nich. Giff ja Fernsehunterhaltung en gros. Naomiddags, wenn dat Iätten längst all up is, kuoket se in‘ Fernsehen immer noch. Un fraog nich wie! Meditteran vegan orre Fasan à la Meran, et is di dao en Rüöhren in Pötte un Pannen, as bruukte et ne Extrakamer för de Zutaten. Aower in de Werbung maaket se för Fertigpizza un Fischstäbkesangebote Reklame. Glieks dann wier dat Rohkostschnibbeln. Geiht ja nix üöwer de Gesundheit. Daoför kriss bi de Dokterserien nen Rappel. Hier nen Tupfer, dao dat Skalpell. Dann wier sind de Krankenschwestern allmänto up en Sprung un de Chefärzte iähr mit weihend witte Kiddels achteran. Tüskendör jodelt in de Werbung de Zillertaler. Schaltes üm, sitts irgendwo in ne Gerichtsverhandlung. Nämanä, wat Uutdrücke. Ganz schlimm. Un dat bi Gericht! Dann leiwer räötseln. Aower wat sind dat denn för Fraogen? Nä. Gau wier ümstellen. Nu ja, dao fuort se jüst de Aapen. Auk wier so wat mit Rohkost. Dann leiwer doch mit Rosi un Franzel üöwer Berg un Tal up den Heimatkanal, auk wenn Träönen debi kullert. Nao so wat dött Sport an sick immer ganz guet. Se trappet dao auk flietig, wenn bloß den dummen Schiedsrichter nich wäre. Egaol. Mit de Sportwettenreklame is villicht noch niäbenbi wat an Geld to maaken.

     Män nu sind auk all de Abendprogramme dran. Oh je, gau den Ton dömpen! Et wätt schuotten, dat de Lampe wackelt. Heelmaol geföhrlicke Krimiaobende sind dat. Wat ne Welt! Villicht wäre nen Schien för ne Schreckschuss nu doch gar nich so verkehrt.

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Der Kunstausschuss kam zu dem Schluss,
dass frei zwar wären die Gedanken,
sie dennoch aber bräuchten Schranken,
damit geäußert würde nicht nur Stuss;

das gäbe Anlass oft zur Klage.
Auch gäben bei dem ganzen Schmu,
noch Dussel ihren Senf dazu,
und umso heikler würd‘ die Lage.

Wie an der Ems geredet würde,
sei vorbildlich im Sprachgebrauch,
sei Sprache ohne Schwall und Rauch,
knapp gesätzt und ohne Hürde.

Sprachsparbücher gäb’s sogar;
denn längs der Ems, an jedem Orte,
spare man der vielen Worte
und käme dennoch leichthin klar.

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Es bellt ein Hund in Bielefeld,
der ebenso wie viele bellt,
jedoch nicht hält,
was er so bellt
und damit andere verprellt.

Wer sich zu uns jedoch gesellt,
dem sei zunächst einmal bestellt,
dass er den Mund wohl besser hält,
statt uns verprellt
und auch so bellt
wie dieser Hund in Bielefeld.