Bitte

Bild: pixabay

Kodderig Wiär, dat is nix för de Gesundheit. Jüst aolle Lüe gaoht bi de Hooßerie licht in de Kneie. Dann is et aower sowiet. De Bronchien, de Bronchien! Dao is nich mit to spassen. Dat wüss Jopp auk un woll dao wat keggen doon. Drüm stönn he in de Stadt dao nu vör de Appthek, sienen Struppi an de Liene.

     Struppi droff de nich mit in. „Hunde müssen draußen bleiben“, stönn graut an de Appthekendöör. Ick sägg di, dat dat alle so medezienske Marotten sind. Egaol, an sick nich schlimm. De Rüe harre jä auk nix. Aower wohen demit? Jopp keek üm sick, üm dat Dier antobinnen. Aower nix. Nix to maaken. An allen Mumpitz denket se in de Stadt, dacht Jopp sick, aower Diere mött‘ städtischerseits män seihn, wo se bliewet.  

     Gott Dank kam dao nu ne Frau up em to un Jopp fröög glieks dat Menske: „Stopp, könns mi wuohl iäben den Hund haollen. Ick mott dao gau in un haalen wat.“

     De Frau bleew staohn, keek em an un sagg bloß: „Bitte …“

     Herrjeh, göng et Jopp dör ’n Kopp, glieks nu auk noch so ne fiene Dame. Se harre em wuohl nich so ganz richtig verstaohn. Also dai Jopp et nu vörnehmer un spröök: „Ich meinte, gnää Frau, ob Se vielleicht so gut sein möchten, um mir den Hund zu halten, derweil ich nur kurz mal eben, von wegen meine Verkühlung mit de Huusterei, in die Apptheke rein muss.“

     De Frau keek em immer noch so verwünnert an un sagg: „Dao bruukt Se ja gar nich so gewöllig Worde üm maaken, dat häb ick wuohl verstaohn; ick häb ja bloß froggt, of he bitt?“  

Büüls Ahoi

Bild: pixabay

Büüls giff et bloß up Platt. Dat sind aower auk Büüls! Dao läss nen Seesack för liggen.

     Nen Büül, den se alle kennet, is de Windbüül. De löpp as nen Kabbeleer, tittenliert jede olle Fregatte mit „gnää Frau“ un jeden ollen Tornöster mit „mein lieber Freund“. In Glencheck-Überzieher samt Gabardinbuxe mit Kniff, lött he alle Welt wietten, dat et bi em allemaol guet von‘ Kanten geiht. Et wären wuohl aff un to maol de Goldbarren to putzen, aower daobi bleef noch guet Tiet för Perderrenen, Fraulüe un Kreuzfahrten, schier up Sonnendeck. Leute, was kostet die Welt?

     Oh, dao harre he wat sächt! Bi so Kreuzfahrten wollen de ännern Büüls nu auk all wuohl gerne mitmaaken. Also, Büüls Ahoi!

     Den Knickerbüül hölt et mit Frachtschippe. Statt Fitness un Bordgymnastik dött he leiwer dat Deck schruppen. Geiht et in nen Hafen es an Land, slött he up Deck leiwer sienen Klappstohl up, denn dann häff he dao schön Ruhe, auk weil et mit de Liege nich so schwanket. Denn in siene Kajüte niäben den Maschinenraum rummelt et egaol so. Daoför sind de Heringe in de Kombüse aower gar nich schlecht. Un üöwer Trinkgelder bruukt he sick erst gar kiene Kopppiene maaken.

     Wo auk immer, et schinnt, et geiht nich ohne den Laigenbüül. Schiff Ahoi, auk an Bord häff he dat graute Wort. Off et dat Kielhaalen üm Kap Hörn is orre de Äquatordööpe in de Polarmeere, giff nix, wo den Laigenbüül passen möss. He harre et all mit de gröttsen Haie to doon un häff gar maol den Klabautermann siene Bruut uutspannt. Un all dat is noch nich gnoog, denn …

     Denn de Quaterbüül will auk noch mitküern! Un fraog nich wie. He möchte an leiwsten mit up de Brücke, üm den Kaptän es to wiesen, wuvull Knoten mehr nich noch dat Schipp maaken könn! Auk üörnlick Sturm maol, härre he nix ümbi. Schräglage bi vettig Grad, daann erst füng de Seefahrt so richtig an. Oh je, de Bammelbüül schitt sick dao all bi in de Buxe.

     Bammelbüüls sind de auk immer mit bi. Weil se aower män doch nieschierig sind, sind se auk up Deck to finden. An sick sind iähre Nerven dao gar nich stabil genoog för. Sitt auk noch de Schwimmweste knapp un dat Niäbelhörn tuutet, fallet se lang debi daale. De erste Blick dann wier up de Rettungsboote un glieks up dat Radar, off de Kurs auk noch wuol stimmt. Nänä. För Bammelbüüls wären lütke Musikdampfers biätter. Statt dat Riäken mit de Rettungsringe, off de wuohl för alle langt, könnden se dao biätter Walzer danzen: Über den Wellen …

     Aower wat säch ick? Se sollen män leiwer alle schön inhuuse bliewen, de Büüls. Ineressant sind se ja allemaol. Un wi, wi werdet de wuohl mit feddig.

     Meins nich auk?

Pötter-Bücher bei Aschendorff, Münster, immer was Schönes „von hier“.

Muttertagspizza

Bild: pixabay

Muttertag, nu ja, de Kinner wören all ne Tiet uut’n Huuse, drüm wör nich mehr vull mit Muttertag. So ganz woll Bäänd Mia dao aower auk nich bi alleene laoten. Doch wat doon? Schön up Muttertag es maol wier Pizza iätten. Dao wör Mia an sick auk wuohl för.

     Also guet. Dao satten de beiden auk all bi Tonio. Wu dat so is, gaff et glieks de graute Karte: „Und vielleichte schon mal eine gute Vino Tinto oder …“ Et bleef bi Beer un Sprudel. Män nu de Karte. Mama mia. Psst, wat nu kümp, bliff unner us: Bäänd speckeleerde nao so ne leckere Muttertagspizza es maol wier up nen richtig netten Aobend mit Mia. Wenn weeß, wat ick meine. Drüm bruukte Bäänd gar nich lange sööken. He klappte all wier de Karte to: „Ick gleiw, ick nemm mi es ne Pizza Amoriata“, sach he un knippäugelde Mia geck to. „Schön scharf“, stönn noch deniäben un dat konn wisse nich schaden. „Un du?“, fröög he.

     Et schinn, Mia kam demit in Knüpp. „Pizza“, tröck se sick, „villicht dat ick es Tortellinis nemm“. „Frau, du moss et wietten“, mennde Bäänd genröös. Aower villicht wören de auk to fett, de Tortellinis, mennde Mia derup. Meinee nä. Wat en He nun Her mit dat Iätten!

     Bäänd trummelde all mit de Fingers up den Dischk harüm. „Villicht nemm ick doch Pizza“, sach Mia, „aower liäs bloß es: Napoli, Frutti di Mare, Margherita, Calzone …“ „Fraog Tonio doch es, villicht weet de wat“, meinde Bäänd un orderde all sien twedde Beer. „Oh Senora“, Calzone, si, si, deliziosos! Geklappet zusaamen mit formaggio.“ „Aha“, keek Mia gar nich up. Dat pöss iähr nich. Tesammenklappet? Dann könn se jä glieks ne Käseschnitte iätten. Nä. Muttertag, dao soll et schon wat sien. Dat soll et, gaff Bäänd to. He mennde nu doch aower langsam: „Frau, nemm doch eenfach wat. Sass de wuohl nich krank bi werden.“ Oh, dao harre he wat sächt …

     Herrjeh, waorüm immer glieks Tralala üm nix? De Aobend schinn em all brick (daneben, dahin). Doch dao harre Mia wat! Dä. Se sach: „Bestell du di doch eenfach eene mit Artischocken, Artischocken schmecket mi an sick wuohl maol.“ Hö? „Ick sall mi ne Pizza bestellen, de di schmeck?“, wünnerde Bäänd sick. Ja, waorüm denn nich? Sovull an Pizza möch se gar nich. Un se wäre doch nich fissig vör em!  Oh, dat hörde sick nich schlecht an.

     So atten beide nu auk de Artischockenpizza. „Frauchen, Frauchen“, sach Bäänd lück smöde (sanft), „dat du mi eene bis. Hauptsaake du häs glieks in’ Bedde nich noch Hunger. Bestell di män noch wat Söötes. Hier: Zabaione up Melone.“ „Nä!! Dat quellt bloß up un bläht. Un wenn dann naoher…“

     Nä, un dat up Muttertag, dat geiht auk nich.Sodann: Nen schönen Muttertag!

Et lockert wat up

Bild: pixabay

Klasings Erna was stuorben. Se harre nen schönen Daut. Erna is bi iähr Stricken eenfach so ümfallen. Nu ja, so kann et gaohn. Eenmaol löpp dat Klüüven aff (irgendwann ist der letzte Faden vom Knäuel abgelaufen). Nu göng et mit iähr nao’n Kerkhoff. Pastor Peters möök dat Begräbnis. Aower fraog nich wie!

     Dat Requiem in de Kerke was vörbi. Se wören alle all up ’n Kerkhoff un stönnen dao luurig ümt Graff herüm, wo Peters mit Andacht fierlick togange was. Fraulüe wiskeden sick de Träönen aff un Mannslüe keeken stump nao buoben, as wenn se Erna dao all sochten. Doch dao göng et mit Erna all in de Kuhle. „Oh Welt, ich muss dich lassen”, lööten Kerkenöllste dat Sark an Stricke herunner. Wu dat so is, namm de Pastor dat Schüppken mit Erde un spröök: „Von der Erde bist du genommen und zur Erde kehrst du zurück …“.

     Män dao up maol merkte he, dat de Erde unner siene Fööte lück affsackte. Oh je. He kreeg noch soiäben ruut: „ … der Herr aber wird dich auferwecken …“ Un dao sprüng de Mann, so guet he konn, mit nen grauten Satz üöwer dat Graff up de änner Siete. So wat harren se dao noch nich seihn. Eher dat de Stimmung dao aower nu gar spassig ümslöög, hooßede de Geistlicke lück streng eenmaol knapp dör un dai, as wenn nix wat wiäsen wör. He reip Erna noch fierlick de lessten Worde to un sett’e achteran mit deepe Stimm dat: „Amen“.

     So wiet, so guet. Tiet drup mellte Stöppelkamps Buer in de Pastroat den Daut von Tante Thresken, de alltiets immer ganz besonners fromm wiäsen wör. Nu daien se auk Threskens Begräbnis beküeren. As se sowiet demit dör wören, meinde Stöppelkamp noch to den Pastor:

     „Ach, un wat ick noch säggen woll, dao lessen bi Erna, dat wör gar nich so verkehrt. Könnet Se bi Thresken vör dat lesste Amen nich auk noch nen schönen Sprung üöwer’t Graff maaken? Ick meine, jüst bi Thresken lockerde dat wat up …“

♣       ♣      ♣

Fragen Sie in Ihrer Buchhandlung oder schauen Sie im Internet
nach plattdeutschen Büchern von Otto Pötter,
erschienen im Aschendorff-Verlag Münster.

Die zeitlos-schönen Pötter-Bücher zählen zu den Klassikern der plattdeutschen Sprache
und sind immer auch zu jedem Anlass ein originelles Geschenk „von hier“!

Anners kieken

Bild: pixabay

Wenn wi us so to Ostern orre Pingsten „Frohe Fierdage“ wünsket, so is dat bloß wat, wenn wi dao auk „froh“ bi drinkieket (un dat nich bloß to de Fierdage). Doch kiek män, wu wi manchs so kieket  …

     So es vandage noch vull Völker bange sind vör den „bösen Blick“, so göng man auk hier fröher Mensken uut den Weg, de füünsch (abwertend, böswillig, ärgerlich) keeken. Sücke tröcken dat Mallör an. Doo wi dat nich lichtfeddig äs biegleiwsk (abergläubisch) aff. Waorüm hett et up Hauchdüütsch wuohl: „Sage mir, mit wem du umgehst und ich sage dir, wer du bist“?

     Et is nu maol nich egaol, mit wem un mit wat wi us befasset. Up kuort orre lang is de Kopp vull devon. Un so kieket wi dann auk in de Weltgeschichte. Nen Knötterkopp flüch den Ärger män so to un Frohnaturen krieget immer auk Guets gewahr. Sücke küert auk glieks guet üöwer annere un seiht, wo se anpacken könnt; annere hisset stattdem (hetzen) un saiet (säen) Spiet und Striet. Hier Verstännigung, dao Krieg. Dat geiht von de Familge, üöwer Frönde, Gemeinde, Kerke bis hen in de hauhge Politik. Et beginnt in use Köppe! Et lött sick auk säggen: All’s wat us passeert, is Abbild von use geistige Freiheit. Un wat pöss för Christgläubige dao wuohl biätter bi äs Ostern un Pingsten?

     Well daobi aower glieks all wier affwinket, de mott sick auk fraogen laoten, wat he daokeggen denn änners in de Waoge smieten will? Auk ick weet, dat wi nich alle äs Engelkes laupet. Un doch sind mit wat gueden Willen uut Bengel auk wier Engel wuorden. Nix is so guet, dat nix wäre; Stolpern inklusive. Aower Flook un Krawall mäck all’s bloß noch laigher. Feihlt et an usen gueden Willen, an bettken mehr Fröndlichkeit, könnt wi glieks inpacken. Mit Dullköppe un grautsnuut’e Quiälgeisters is nich guet Staat to maaken. Kiek se di doch an. Gleiw et mi: Ja, et giff en, düssen „bösen Blick“, wo de Striet män so ruutgiftet. Aower sücke dröww wi doch nich auk noch ächterherlaupen! So guet ick kann, wahre ick mi dao wiet von aff. Jüst Ostern un Pingsten aower könnden us Anlaot sien, anners in de Welt to kieken. Mit nen frohen Blick, „trotz allem“ … Wu süss könnden wi an dat Guede glööwen? Daien wi dao alle mehr an, söhg et in de Welt auk anners uut, biätter. 

     So, mehr nich. Nu könnden wi wohl iäben es maol in‘ Speigel kieken  – denn:

Worde maakt lustig orre auk butt.
Hier giff et Lachen, dao bar Verdrott.
Maakt hier se us munter, makt dao se schachmatt;
hier blaiht Gelingen, dao süht man schwatt.

Worde maakt kregel, nich minner auk mall.
Hier maakt se sinnig, dao gifft nen Knall.
Eener döt luoben, de annere blafft;
hier geiht’ to Werke, dao feihlt’ an Kraft.

Worde sind Gaben, riewe off minn.
Hier giff et Ernte, dao kien Gewinn.
Eener mäck’t schön, de ann’re kaputt;
hier wiest sick Freude, dao geiht se futt.

Worde schafft Welten, orre beengt.
Hier gifft Visionen, dao bloß wat kränkt.
Een’ge brengt Luune, annere muult;
hier schinnt de Sönne, dao plärr‘t un huult‘.

Drüm wööge de Worde – orre schwieg still.
Sägg et in’t Guede, doch nimmer nich schrill.
Denn wu sick de Worde auk dreiht orre stellt,
se wieset us alle dat Beld von de Welt.