Gesundheitsprophylaxe

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Gesundheit, dao is mit Hoffmannsdruopen un Lappens vull Essigsuure Tonerden vandage nich mehr vull mit holpen. Dat wör maol. Vandage hett dat Gesundheitsprophylaxe. Un dao kiek es bi int Internet. Dann kanns di aower wünnern, üöwer alle düsse Profifaxen.

     Kien Wunner, dat wi et alle an de Nerven häbt. Gesundheit is jä guet, aower alltovull devon, dat kann auk wier krank maaken. Nich ümsüss küert se alle von entspannen. Doch bi all dat Inkaupen, Arbeit, Familge, Naobers, Sport, Schoole, Polletik, Kerke, egaol, dao entspann di es bi. Dao kriss jä nen Rappel!

     Söwwst den Gesundheitsminister is all gefährdet. Drüm, so sägget se, härre he niäben sienen Schriefdischk nen Defilibrator staohn. De hölp em gau wier up de Beene, wenn he bi Stress es maol ümfööl. Un wi? Ick sägg es so: Slöör wi nich all genoog Tasken mit us harüm? Wi könnt doch nich rein prophylaktisch auk noch mit Defilibrators laupen. Un doch, sägg män nix, hät auk all den Lindenwirt so nen Kasten unner de Theke staohn. Man wüss jä nie, wo dat hengöng, wenn de Nationalmannschaft maol wier trappen dai. He möss schließlick de Gesundheit von siene Gäste ernst nemmen. Schnaps alleene dai et nu maol nich immer.

     Un wu süht dat bi us so uut? Söwwst up de Sofas sin wi gefährdet. Denk bloß es an alle düsse Talk-Shows. Un dat ohne nen Defilibrator niäben sick. Üöwerhaupt is den Kiekkasten all dat reinste Gesundheitsrisiko. Man krigg de jä gar kienen Schlaop mehr bi! So moss ick erst lessens noch midden in de Nacht hören, dat bi us hier nu auk all de asiaatschke Tigermügge harümkrööp. Ick häb glieks dat ganze Huus up ’n ännern End sett‘. Gott Dank aower nix funnen. Un doch konn ick de heele Nacht nich schlaopen. Wu auk? Ick moss mi män immer wier fraogen: Wat willt de hier, so Diers uut de wiede Welt? Häw wi nich all so genoog mit use Gesundheit to doon? Un nu auk noch so wat! Well weet sick dao noch to wehren? Dao kanns de Rolladen doch gar nich dicht genoog mehr bi runnerlaoten.

     Ümso mehr mössen wi up use Abwehrkräfte achten, saggen se in‘ Fernseh‘n. Dao göng nix üöwer. Gott Dank könnden wi dao alle guet wat an doon. Man möss bloß dat Infusionssystem up de Sprünge helpen. Orre villicht dat Immunsystem? Egaol. Up jeden Fall dröffen wi us de nich alle wat bi gefallen laoten. Schließlick gäff et auk noch so männig Risikofaktoren, de nich so ganz ohne wören. Vörneweg de Schlacken. Wi leipen alle mit vull to vull Schlacken. Dao möök aower dat Immunsystem bi schlapp, weil dann de Darmfraktionen de nich mehr mit feddig wüörden.

     Kick, nu so wat wier! Man weet all gar nich mehr, wo man toerst orre tolesste anfangen sall. Dao bliff all gar kien Tiet mehr för arbeiten. Drüm mein ick jä auk, de beste Gesundheitsprohylaxe wör es ’n  Sabbatjaohr …   

Schappgeklimper

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Wenn hier wat von Schappgeklimper steiht, so is dao nich ne 1960-er Musiktruhe mit meint. Dat mit dat Klimperschapp, dat geiht heel wieder noch trügge. Können wi dao män noch mit Sommerfelds Willy (1904 – 2007) üöwer praoten, de dai us dao sicher giän noch wat up säggen. Aower wu dat so is, Willy is all daut. Eens aower bliff von em bis vandage: Sommerfelds Willy wör den lessten Kinomusikanten. Noch mit hunnert Jaohren sett’e de Mann sick an sien „Schapp“, wu he sien Kinoklavier up Platt nannde. Dann konn sien wat will för ’n Film, Willy kreeg de Schwung in. Un fraog nich wie. 

     Up de Fraoge: „Was macht der Maier am Himalaya?“ grabbelde he de Akkorde män so bis heel buoben hen; denn mit den Himalaya, moss wietten, also dat wör gar nich so eenfach: „Rauf, ja, das kunnt’ er, doch wie kommt er runter? Ich hab so Angst um den Maier am Himalaya, der macht ’nen Rutsch – und dann is er futsch.“ Un dann aower! Könnden wi et bloß noch hören: Glieks göng et kunstfeddig mit dat Schappgeklimper wier von buoben daal harunner. Man meinde, den Klimperkasten härr et auk troffen: Bimbambum, Rumbum … Dat Volk höölt de Luft debi an. Klüng et aower Ting-tara-rara, ting-ting, so göng den Vörhang all runner, dann wör et mit den Film an‘ End. Schapp to un Willy harr Fieraobend. So wör dat daomaols in de Kinos. 

     Auk so eenen es Willy spiellde Anno Tobak in den Schaupalast. Dao leip to de Tiet jüst nen Film mit de graute Stummfilmdiva Adele Sandrock (1863 – 1937). Drama üöwer Drama. Dat bruukte all guet Geklimper. Godorri, Adele satt de heelmaol mit in de Bredullje. Se harr ’n Kind van so nen liederlicken Edelmann. Doch den adeligen Luftikus woll iähr pattu nich hieraoden. Oh, wat nen Krach inhuuse nu. Se moss de Döör haruut debi. Dao wüss nu de arme Deern mit iähr Kind nich mehr wohen. Heel verbaast (kopflos) leip se, dat Kind up ’n Puckel, up nen wietlöftigen Kolk (großer Weiher) hento. Aff int Waater. Se stönn dao auk all bis an de Kneie drin. Mann, stell di so wat es vör! Et schinn, dat möök den Kinomusikanten reineweg unwies. He slöög män so up sien „Schapp“ harüm, so, as woll he et dullweg kuort un klein hauen.

     As Adele, Kind up ’n Puckel, dat Waater nu all bis an de Struotte (Kehle) göng, konn auk ’n stämmigen Kerl in den Kinosaal nich länger mehr an sick haoll’n. Heel met de Nerven feddig, reip he: „Adele, Adele! Nemm nu bitte glieks auk noch den kollerigen Klimperkünstler mit!!“

     Wat sall ick de noch up säggen?

     An besten: Ting-tara-rara, ting-ting!

Stutenkerl un Piepenkopp

Also dat is jä starken Tobak! Nich dat ick dat Smööken fienküeren will, aower de rabellsken Nichtrauchers gaoht apatt män doch wat wiet. Nu häbt se gar den Stutenkerl mit siene Piep upt Körn nommen. Also et giff doch  vandage baolle nix mehr, wo se nich wat in finnet. Üm nu nich auk noch Stutenkerlpiepkes antolaupen, häbet sick de „innovativen Stutenkerlpfeifenfreunde“ nett wat infallen laoten. Düsse gewitzten Erfinders fimmeleerden sick Fleitepiepkes deruut. Ja, dat is waohr! In de Volkshochschule laupet all de ersten Kurse: Die neue Flötentechnik im Umgang mit der modernen Stutenkerlpfeife.

     Unner us: Villichte wör et gar nich so verkehrt, mit so nen Stutenkerlpiepenkopp es nao ’n Pyschater to laupen, nich dat man bi dat Trällern noch dördreiht. Guet müöglick, dat dao all iäbenso den een off ännern Stutenkerlbäcker sitt. De Kopp hät so jä all genoog mit immer düsse Backstuobenhitze to doon. Un nu auk noch den leidigen Stutenkerltamtam. Dao kann licht wat bi uut de Spuor laupen. Nänä, dat is män alle gar nich so eenfach.      

     So kam bi den Bäcker Blanke hier vör Jaohren auk es so üm den 6. Dezember harüm nen stäödigen Hengst in den grauten Backstuoben harin geklappert un wieherde: „Kick, Blanke, auk flietig?“ Un glieks fröög em dat Dier: „Ach, wat ick säggen woll, krieg ick hier wuohl schöne Stuten?“

     Mann, stell di so wat es vör! Den Bäcker Blanke keek auk heel unwies von sienen Backtrog up, greep sick verbaast an‘ Kopp, wiskede sick den Sweet von de Plääte un spröök: „Also nä! Du büs mi jä villicht ’n Kerl…!“ „Dat machs wuohl säggen“, nickoppede den Hengst, „ick sin auk män eenmaol gerne nen Stutenkerl…!“

     Kick, auk wier so wat, wo bloß noch säggen kanns: „Kerl, Kerl, Kerl, dat de Lüde et nich hört.“ Un dao blief nu auk noch etepetete bi. Ick sägg ja, alle gar nich so eenfach. Hauptsaake man kömmt de nich ganz bi in‘ Knüpp. Ansüss mott man sick de män alle dumm mit hendoon. Süss steihs erst recht unner Damp – un eher di ümkicks is all Wiehnachen. Nänä, jüst nu män schön langsam an. Is alle all unwies genoog in de Welt.

De Flinte alleene mäck et nich

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De Hubertus-Brüörs satten maol wier kommodig ümt mollige Herdfüer tohaupe. Se satten dao all baoll in Tweedüüstern, denn, offwuohl noch immer Naomeddag, leit all dat Lecht buuten mehr und mehr nao. Et wör winterkaolt un beste Jagdtiet.

     De Jagd aower, de harre aolle Schulte-Westkamp an so ’n fienen Herrn Diplomdokter Sounso uut Mönster verpacht‘. Et wör an sick noch ’n jungen Springintfeld, de gerne jagen un daoför auk guet betahlen dai. So pöss all’s guet bineene, denn wenn auk för Schulte-Westkamp de Jagd sien Een un All’s wör, so möök sick dat bi em nu aower mit nen Rollator nich mehr so guet.

     He satt hier nu leiwer mit siene aollen Jagdbrüörs bi ’n lecker Piepken samt nen Jägermeister vör dat gloinige Füer un keek up den blaoen Damp, de dao sachte uut sienen Piepenkopp in‘ Stuoben to Höchte steeg. Dat Praoten dreihde sick mehrst so üm de Gesundheit un de Dokters. Dütmaol mööken se sick nen Kopp üm mehr Beweglichkeit. Wat dao wuohl guet so för de Knuoken wör?

     Jaspers Franz sagg, he härr dao all vull Guets von Perdesalbe hört. Gar unnen rüm soll nen Klacks daovon guet för de Durchblutung sien. Schelmsk kneep he ’n ‚Aog debi to. Oh, dao keeken de aollen Herren nu aower luunig bi up.

      Wiesmanns Jopp meinde aower doch, Puckelpien hen, Perdesalbe her, doch gäff dat wuohl nich glieks wier so wat es Juchheissasa. Dat wör so, es bi ne aolle Flinte. Wenn et de nich mehr recht dai, könn man dao auk nich mit noch so guet Waffenüölge wat an doon. Nen aollen Püüster bleef män nen aollen Püüster. 

     „Mann, Mann, Mann“, stüehnde Bönten Gerd. He stoppede wat Krüll in den Piepenkopp nao, gaffelde mit siene Sticken harüm un blaosede nen gueden Zug Damp in de Höchte, so dat em de Aogen debi träönden. Dann moss he hooßen un blaffkede: „Feihlt bloß noch, dat wi Stricken gaoht (Fallen stellen mit Draht oder Strick).“

     „Ach“, sagg Schulte-Westkamp, se sollen den Kopp doch nich hangen laogen. De Flinte alleene möök et doch nich. Un … Un üöwerhaupt, dat wör so: De Fraulüe härren oft mehr Spass an de Jagd, äs egaol so an dat Scheiten un Böllern. Dat göng iähr sowso oft vullto harre. Kick, män soll män immer schön positiv debi blieben.

     Oh, jüst nu böllerde et buuten up maol wier. Godorri, dat wör jä dat reinste Trummelfüer. „Also dat is mi ja ’n wunnerlick Werks dao buuten“, konn Jaspers Franz baoll gar nich mehr ruhig sitten. „et fallet ümt Huus hier ja in eenen hen Schüsse. Wu kann dat? Trecket se hier gar ’n Manöver up? Ick wüss de nix von …“

     „Nänä“, wünk Schulte-Westkamp aff, „dat is usen nie’en Jagdpächter uut Mönster. De Mann schütt nu all siet vanmuorn an eenen Hasen harüm …“ „Ach ja“, schüllkoppede Bönten Gerd, „wenn wi Ollen doch noch so guet können, es wi wuohl wollen, dann können wi et iähr noch wuohl wiesen.“ „Biätter nich“, greep Schulte-Westkamp nao sien Pinnken, „ick sägg leiwer Prösterken.“

     Dao greepen nu auk de ännern Herrns nao iähre Pinnkes – un keeken män ernst debi drin.


Siehe auch die vom Autor im Aschendorff Verlag Münster erschienenen Bücher:

  • Heile, heile Hänsken
  • Liekuut, liekan
  • Bömmskes & Bömmelkes
  • Hackemaih
  • Notizen von Fietsen un Miezen
  • Kalennerblättkes

Ein schönes Geschenk für sich selbst und andere sind die Hörbuch-CD’s mit je 80 Min. Spieldauer:

Liekuut, liekan dört Jaohr sowie die CD: So is se, use Art
Je 12 nette plattdüütschke Döönkes – alltiets plaseerlick to lustern.

Ein Anruf genügt: Copy-Shop Rheine, Tel.: 0 59 71 – 40 54 15
(mont. – freit. von 10 – 12  u. 15 – 17 Uhr)

Helau!

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Nu maaket se wier allerwäggen up Karneval. (überall ist Karneval). Dao könns ruhig auk es bi mitmaaken? Tookiekers giff et genoog. Also, wu wör dat es mit di? Wör dat nich es maol wat änners? Bruuks di nich bi schiämen. Ah wat. Is an sick ganz eenfach. Moss di bloß schön antrecken daoför un ’n bettken so up Kasper maaken. Mehr nich. Also, nu stell di män nich so an.

     Doch Vörsicht. ’n paar Gedanken sall man sick de schon bi maaken. Ick häb dao glieks nen Tipp bi: Bloß nich mit ne raude Pappniäse laupen! De tunket licht int Beerglas un dann häs dao in Nullkommanix de reinste Schnottniäse bi int Gesicht hangen. Dat mäck sick nich guet. Auk bi Karneval nich. Maol di leiwer unner dienen Dümpel (Nase) nen galanten schwatten Schnurrwitz. Dat treck all wat Blicke an. Biätter, glieks auk noch twee raude Hiärtkes up de Puustrebacken, schön mit Lippenstift gemaolt. Dann sass es seihn. So kommt se di aower, de Fraulüe! Weeß jä wuohl: „Herzilein, du musst nicht traurig sein.“ Dat treck. Drüm häb di nich so. Karneval is Karneval un kiene Arme-Siälen-Andacht.

     Nu kiek auk noch nao ne pricke Büx. Villicht düsse witte Schützenfestbüx? Dao passet immer schön so bunte Hemden bi. Is dao nich noch wuohl so wat es ’n Hawaii-Hiämd in de Schäppe to finnen? Wenn du dao gar noch ’n Röösken bi int Knopploch döss, dann fleiget de Fraulüe män so up di to. Duert nich lange un et geiht in eens dör mit iähr in de Sektbar. Dao bis doch wuohl nich bange vör, orre? Dann gaoh män glieks nao Kerken hen.

     Orre du söchs di ’n Hiemd mit Schulterklappen un trecks de nen Knickerbocken debi an. Dat göng auk. Dann kanns die de Fraulüe aower uut’n Kopp schlao’n. Nu ja, daoför härres dann wier an de Theke frie Hand. Auk nich schlecht. Du moss et wietten! Oh ja, so Karnevalstüüg, dat will guet üöwerleggt sien.

     Doch wat et auk is, et geiht nich ohne Höötken. Karneval ohne Hoot, dat  geiht gar nich. Dann kanns glieks nao ’n Begräbnis gaohn. Aower wat an Hööte finnet sick bi ju doch wuohl, orre? Nen Damenhoot es maol för di, ick sägg di, dat wör auk wat! Sühs glieks heel änners mit uut.

     To, nich bloß kieken. Nu män flott. Söök di wat bineene un treck di an. Dann bruuks bloß noch schön den Kasper maaken un debi singen: „Westfalenland, Westfalenland ist wieder außer Rand und Band!“

     Also nu denn: Helau!!
     Helau!!