Bobbihobby

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Et giff Worde, de giff et in Plattdüütsch gar nich, weil dat, wat us dat Wort vandage sägg, daomaols noch gar nich in Mode wör. Nemm bloß Hobby. De Lüe daien arbeiten un nich Hobby maaken. Niäben de Arbeit göng et sunndags in de Kerke, nao’t Iätten mit Mama in‘ Bedde un naomeddags nao ‘n Sportplatz. Besöök villicht auk noch. Aower dat wör an Hobby all genoog.

     Nu ja, auk wenn aolldags de Arbeit wuohl hatt wör, so harr man de doch Spass an. Off Ernte, off Diers orre handwerklick Gedoo, man söhg, dat de wat bi ruutkamm, bi dat, wat man dai. Dat göng bis in de Küök, wenn lecker wat up ’n Disk kam. Wat bruukte et dao noch Hobbys? Dao küerde nich es eenen von.

     Will man up Platt also Hobby verkläören, mott man sick dao all bi anstrengen. Eenfach uutdrücket is Hobby, wenn de Arbeit, de to doon is, so recht kien Spass mäck un de Arbeit, de man an sick gern doon möcht‘, wenn man nich arbeiten mott, dat man sick för düsse Arbeit noch wuohl Tiet nemmt, nich wahr, auk wenn dat dann mit de Arbeit nich vull inbrengt, oft gar noch Geld kostet, weil man et sick wat kosten lött, üm an dat, wat man dött, Spass to häben.

     Drüm sind Hobbys vandage auk so wichtig, weil et dör de Automatisierung mehr un mehr an Spass feihlt för de Arbeit. Denk daobi es an de Supermarktkasse, wo et bloß noch Piep-piep mäck. Dao piept et nu auk licht bi sücke, de bi de Pieperie aobends nao Huuse gaoht un dao dann de Mikrowelle auk noch piepet. Off wi eenlicks noch richtig piepet, dat is dann so langsam tatsächlick ne guede Fraoge. Dat dat aower so is, dao kann ’n schön Hobby guet Antwort up sien.   

     Aower uppassen! Denn auk bi wat Hobbys piepet se vandage so ganz richtig nich mehr. Dat is, wenn et demit beginnt, dat sick all’s bloß noch üm dat Hobby dreiht. Dann dreiht man de sömms licht bi dör. Ick denk dao an Robbi mit sien Bobbihobby. De Mann häff bloß noch Rüerns in‘ Kopp. He kick all gar nich mehr nao Fraulüe. Sunndag nao et Iätten kann Robbi gar nich gau genoog mit Bobbi nao den Hundesportplatz hen. So wiet is Robbi dao all mit, wenn weeß, wat ick meine.

     Robbi, menschmensch, dat is Robert, de uut schier Geckerie mit sienen Bobbi nu Robbi is, weil Bobbi Robbi sien Hobby is. Söwwst bi de Karten is he all von Doppelkopp aff un spiellt bloß noch Maumau, woto Robbi aower längst all Wauwau sägg.

     Oh ja, Hobby is ja schön un guet. Schön uppassen aower mott man, dat man de nich bi up ’n Hund kömmt. So, mehr woll ick eenlicks gar nich säggen.

Bremsen sind ganz wichtig

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Auk wenn den Melkbuer Löcken för de Fahrprüfung domaols mächtig sienen Kopp hergebben moss, harr he bitieten all von Perd up Auto-PS ümstellt. He dai et nu in nen fienen VW-Bulli-Transporter. Un mit de Straotenverkehrsordnung kam he sietdem auk guet terechte. Süss wör dat mit sienen schönen Melkbulliwagen sicher nich so lange guet gaohn. Aower so, mit den blitzblanken Melktank drin, göng kien Griff mehr fehl. Auk wüss de Mann genau, wuvull Liter för wat Lüe in de Melkpötte moss. Fröhmuorns, wenn all’s noch schlööp, stönnen de Pötte all vör de Döören. Laaterhen küerden dann wat Fraulüe in‘ Bademantel noch wuohl gern mit em. Mehr aower auk nich. Melke göng vör. Un auk dao nu dann, nich wahr, göng et nich ohne düsse, jaja, düsse strikte Verkehrsordnung. De greep bis in de Kundenfreundlichkeit. Un so leip Löcken an sick as nen ganz patenten Melkbuer. „Er wandelte in Ehren auf seinen Pfaden“, Spruch des Herrn.  

     Up ’n Friedag maol wör he fröh mit siene Runden feddig. So konn he guet dagesüöwer noch wat doon. Drüm gaff he Gas up ’n Weg nao Huus hen. Dat göng jä auk wuohl, up den langen End von de Wadelheimske Chaussee. Doch wiet vör sick söhg he up de verkehrde Straotensiete nen Radler rümtrampeln, so dat Löcken, ganz gemäß den § 1 von de Straotenverkehrsordnung, mit dat Tempo sachte trüggegöng. Wör auk guet so, denn kuort vör em dreihde den Flitzfink ohne Handwieser eenfach quer üöwer de Straote un böög ossig (rücksichtslos) dao in de Kämpe harin. Also nein! Dat konn Löcken nich dörgaohn laoten.  

     As he den dusseligen Verkehrssünder vörsichtig inhaalt harre, söhg he, dat et Bruno uut Landersum wör. Löcken dreihde de Schiew an siene Siete runner un sää: „Du, Bruno, du bis iäben, ohne di ümtokieken un uuttowiesen eenfach so twiärs üöwer de Straote föhrt. Wenn miene Bremsen nich so guet wören, härre et dat gröttste Unglück geewen konnt!“

     Schnuuwend steeg Bruno von sien Rad aff un nickoppede Anerkennung. „Jaja, Löcken, ick weet, ick weet, Bremsen sind ganz wichtig. Bremsen mött‘ immer in Ordnung sien …“

Manöver

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Mit dat schöne Wiär kreeg ick maol wier richtig wat up de Ohren, as Jagdbombers üöwer mi wegsuuseden. Un fraog nich wie! Daokeggen brummde sick vör Tieten nen Fieseler Storch (Fi 156, Beobachtungs- und Sanitätsflugzeug im Zweiten Weltkrieg) ganz harmlos wat dör de Wulken terechte. Aower de Tornados …! Jesses, geiht nich duller. Gewe Gott, dat et nich eenes Dages ernst wätt demit. Daobi …

     Nu ja, daobi is dat mit dat Militär in Rheine doch längst vörbi! Von Manövers ganz to schwiegen. Wo giff et denn noch Manövers? Dao mäck sick ja vandage nich eenen Off’zier mehr schwatt bi. Mehrst spiellt se dat bloß noch mit de Computers so dör. Den aollen Oberst von Zeydlewitz aower dai säggen: „Die wahre Gefechtsbereitschaft erfordert den ganzen Einsatz.“

     Oh ja, dat wören noch Tieten, as se mit de Gefechtsbereitschaft ernst mööken, as sick de Landsers unternehmungslustig in Buernschoppens inquartierden, so äs Sandhasen bi Wind un Wiär de Wallhieggen längs krööpen, sick mit de Flinte debi towünken un aobends bi ne Pulle Beer süngen: „Wilde Gesellen vom Sturmwind durchweht …“ Wat wören et noch Tieten, as wööste Panzers üöwer de Kämpe weg iähre Insätze probten. Oh, oh, oh, wat göng et deher. Wat ne Vaterlandsliebe. Et bleef de kien Steen liek mehr bi.

     Bäänd kann dao noch guet wat von vertellen.

     Nu ja, wu dat so wör; de Landsers mööken sick erst es dat Gesicht schön schwatt un spiellden dann so up iähre Art „Räuber und Gendarm“. De Buern mossen uut Vaterlandsliebe män an sick haollen, auk wenn et Äcker un Felder manges mächtig kreegen un „Land unter“ wör. Aower för so wat härren sick de Buern „im Reparationsfalle“ bi dat Manöverentschädigungsamt Geld haalen konnt.  

     De Buer Stöppelkamp wör dao auk immer glieks flietig bi wiäsen. So härr de auk es bi dat Manöverentschädigungsamt anroppt un sick bollerig beschwert: „Also so wat!! De Panzers häbt mi gistern doch reinweg dat heele Rööbenfeld platt maaket. Dao is nix mehr von to haalen. Ick häb mi dat maol uutriäknet, dat mäck weinßens so …“

     „Entschuldigung“, härre sick daorup dat Frollein von ’t Amt wünnert, „das Manöver beginnt doch erst nächste Woche!“ „Auk guet“, härr sick Stöppelkamp nich affwimmeln laoten, „dann roop ick naichste Wiäke wier an.“

     Jaja, schöne Manövertieten wören et daomaols. An sick sind se de ja auk alle guet bi dörkommen.

Kalli harr kien Schoole

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Et wör so Ende von de 1950-er Jaohren, as up de Straote von Nienkerken up Rheine hento den Schoolraot sien Auto up maol staohn bleef. Daobi wör et so nen schönen Borgward-Goliath! Daomit woll den Schoolinspektör  bi de Wadelheimske Volksschool düssen Vörmiddag nao de graute Pause so richtig in Amt un Würden es vörföhren. Män nu dat. Nix göng mehr. Ach, ach, ach … 

     Dao kam up maol nen Jungen up so ’n aolt Fahrrad drantrampelt, Tornöster up ’n Puckel. Den lööt he anhaollen un sagg, so un so wör em dat gaohn mit sien Auto, off he … Ach ja, wu he denn heet? „Kalli“, puußede den Jungen uut. Nu ja. Also denn, off Karl, nich wahr, off he nich so guet wör un mit sien Rad villicht nao de naichste Werkstadt hen …. Doch den Bengel wünk aff, kraomde in de Satteltaske von siene Kaore herüm un gaff den Schoolraot up, de Motorklappe vörne es to lichten.

     De hochherrschaftlicke Mann dai dat in sienen fienen Anzug auk schön folgsam, ohne de wat up to säggen. Dann stellde he sick so sietto, streek sick sienen Möppel (Kinn) un keek heel verwünnert bi dat Werken to. Kalli aower fuhrwerkte all flietig koppüöwer an Kolben un Keilriemens, üm dat Getriebe wier flott to kriegen. Den Schoolraot bleef de Spucke weg; he wüss nich mehr, wat he säggen soll.  

     Un wat sägg ick? Nao ’n paar Handgriffe kreeg den Schoolinspektör knapp Order, den Motor es wier antolaoten. Upt Wort sprüng de Mann ardig in sien Auto, gaffelde mit den Zündschlüeddel un, hoppla, de Motor leip wier es ’n Dittken! Also so wat! Noch so fein.   

     Höflick bedankte sick den Schoolraot un sagg: „Sehr schön, Karl. Vielen Dank. Also ich muss schon sagen, ich hätte nicht gedacht …“ Doch Kalli wünk aff un mennde: „Half so wild.“ Nu keek den Schoolraot aower doch lück verstellt; he wiesede up den Tornöster un fröög: „Sag, mein Junge, musst du denn heute gar nicht zur Schule?“ „Nä“, wünk Kalli putzmunter aff, „ick häb vandage kien Schoole. De Lehrer häff säggt, dat de Schoolraot sick för düssen Vörmiddag anmellt härre un dao wollen se sick nich bi blameeren. Drüm häbt se mi gau nao Huus hen schicket.“

 

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Dat kömmt all’s von de Schoole

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Et giff alltiets Lüe, dao draffst et nich so genau bi nemmen, süss lötts dao bloß Nerven bi. Bi Musekamps Jopp wör dat auk so. He wör sogar es maol weg. Dao gaff et aower bloß eene Siete Klinken an de Döören, wenn weeß, wat ick meine. Et häff em aower nich vull holpen. Nu harre et den Nervendokter Sibelius mit em to doon. Dao konn Jopp an sick auk wuohl mit. Drüm drünk he sick dann immer es maol eenen derup. As he so nao un nao aower nu dat Suupen anfüng, wör den Dokter Sibelius dao gar nich glücklich üöwer. Oh, oh, oh. Dat feihlde em bi Jopp nu bloß noch! Dann wör he sömms auk baolle sowiet. Nein, nein. Drüm pöck den gelehrten Dokter schwank dör un namm Jopp streng int Gebet. Ganz düütlick spröök he:

     „Josseff“, un daobi gaffelde de Mann wehrig an siene Brille herüm, „Josseff, Josseff, das geht so nicht weiter. Du musst endlich dein Leben in den Griff kriegen. Hast du mich verstanden?!“

     Doch Josef tröck bloß kaduck so de Schullern debi hauch.

     So nich. Also keek em düssen Dokter Sibelius nu noch lück geföhrlicker an un sagg em to: „Damit das klar ist. Es bleibt sonst nur noch die geschlossene Anstalt für dich. Herrjeh, das wollen wir doch nicht, oder?“

     Oh nein, ach nein! „Üm Gott’s Willen nich“, jamkede Jopp un schwörde auk Biätterung. Drüm woll he glieks von den Dokter auk gern es wietten, wu de sien Liäben denn so schön in’ Griff krieggen harre?

     Dao keek em den Dokter lück geistesabwesend an, streek sick sienen Snurrwitz un sagg em to: „Ach Josef, mein lieber Josef, was soll ich dir nur sagen? Ich sag’s mal so, nicht wahr, das kommt alles von der Schule. Jawoll. Die Schule, die Schule, da geht nichts drüber.“

     „Soso“, nickoppede Jopp. So wat. He wör sprachlos. As he dann göng, dacht he sick: „Also dat mit de Schoole, dat moss nu auk es anfangen.“

     Ganz fröhmuorns den annern Dag möök he sick all up den Patt nao de Schoole hen. Aower de Schoole wör noch to – un so dreihde he wier üm. Doch dann dat! Glieks bi de Schoole fünd he ’n grauten Büül vull Geld. „Oh sieh an, sieh an!“ reip Jopp glücklich, „mit de Schoole, also dao hät den Dokter tatsächlick Recht. Nu will ick de auk es wat von maaken.“ 

     As Jopp nu to de naichste Untersuchung moss, dai he dat in’ stiewen Staot, mit Anzug, guet Schoohwerk un ne nie’e Brill. Na, dao keek den Doktor Sibelius aower! Heel baff sagg he achtbar: „Joooosef! Also mir fehlen die Worte! Das nenne ich ja eine äußerst positive Veränderung der Lebensverhältnisse. Woher kommt denn das so plötzlich?“

     „Och“, mennde Jopp, „ick härr et nich dacht! Doch fürwahr, fürwahr, Se häbt recht; dat kömmt tatsächlick all’s von de Schoole! Oh ja, de Schoole, de Schoole, Herr Dokter, da geht nix über!“

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