Dat Oberlicht

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Also wat hier bi us in Rheine fröher so nen heelmaol amtlicken Stadtdirektor wör, dao kam so licht nich eenen mit. Sücke satten in‘ Raothuus gar achter ne dicke Polsterdööre, ümdat se auk schön iähre Ruhe harren. All’s ännere mööken dao so de Beamten un nich tolesste Rudi, den Huusmester.

Oh ja, wat de Huusmesterie in dat Rheinske Raothuus anlangte, so konn et nich biätter äs mit so eenen es Rudi, „ein Mann für alle Fälle“. Dao smeet he sick aower auk giän maol för in de Buorst. Dann sagg he: „Leute, Leute, wenn icke un den Stadtderekter nich wören, dann wör et hier aower manchs zappenduuster!“ Wenn he daobi in sienen griesen Kieddel gar auk noch astrant (anmaßend) mit den Zollstock rümfuchelde, sagg dao auk nich eenen noch wat up. Hauptsaake, „de Olle“ sömms fuchelde män nich so von buoben daale detüsken.

Aower „de Olle“ harre et auk nich immer eenfach. Well niämlick äs upgeweckten Stadtdirektor uut siene Stadt wat maaken will, de hät faken (oft) nich weinig so üm de Ohren to wehren. Un an de Ohren göng em dao in sien Büro nu auk noch dat olle klapperige Oberlicht. Den Stadtdirektor moss dao gar all bi prussen.

Gott Dank aower wör nu erst es maol Urlaub. Drüm leit den Direktor vörher noch iäben bi Rudi klingeln. De stönn auk glieks bi senen Scheff praot. „Rudi, ach ja, gut dass Sie da sind. Also Sie wissen ja, nicht wahr, dass ich nun meinen wohlverdienten Urlaub antrete. Da hätte ich nun jedoch noch einige wichtige Anweisungen für Sie. Wässern Sie bitte alle vier Tage meine Blumen; nur dort, der Kaktus, der braucht kein Wasser. Verstanden? Nicht dass Sie mir den hier womöglich noch absaufen lassen. Ach ja, und nicht zu vergessen, Rudi, ganz wichtig: Sorgen Sie dafür, dass das Oberlicht in Ordnung kommt. Das ist hier ja sonst kein vernünftiges Arbeiten mehr! Alles verstanden?“ „Alles bestens verstanden, Herr Stadtderekter“, sagg Rudi em un wünschkede, „einen recht schönen Urlaub.“

Vetteihn Dage drup kreeg Rudi wier Order för sienen Rapport. Korrekt gaff he Bericht: „Alle Blumen, Herr Stadtderektor, haben schön Wasser von mir gekriegt, bloß den Kaktus nix.“ Dann hooßede Rudi maol iäben knapp so dör, schmeet sick in de Buorst un sagg: „Un dat Oberlicht, Herr Stadtderekter, also, ich mein, besser gehts nu nich mehr. Da knippsen Se, bittschön, doch mal den Schalter, denn ich hab da oben an de Decke extra zwei moderne Neonleuchten reingezogen.“

Nen wunnerlicken Stohlgang

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Nich eenen, de noch gerne will Landarzt sien. Dat is de nie’en Dokters tovull Lauperie. Daoför giff et nu all ne Sprechstunde per Computer. Off dat guet is för de Gesundheit? Un well so ’n Ding nich hät? Mott de dann sien Ääsken män tokniepen? Oh, oh, man denkt de biätter gar nich üöwer nao!  

     Wat wör dat noch änners, as et den aollen Dokter Niehues hier noch dai. He wör alltiets för kranke Lüe dao. Eenzig eenmaol göng dat nich mehr. Dao harre et em söwwst leeg (schlimm) troffen. Beckenbruch. Mit so wat konn he nich praxeer’n; drüm sprüng nen jungen Asstenzarzt för em in. Gaff jä noch kiene Computers. Egaol. Wat mott, dat mott, off mit orre ohne Computers.   

     Un so wör dao nu eenes Dages Leusmann persönlick dran. De arme Mann konn gar nich guet upt Hüüsken mehr. Ganz schlimm, et satt em all’s faste! Drüm göng et nu: „Guten Tag, Herr Dokter.“ „Guten Tag, Herr … äh ….“ „Leusmann.“ „Sieh an, sieh an, Herr Preußmann. Etwa noch verwandt mit dem Alten Fritz und seiner Gicht?“ „Nä, ganz sicher nich. Bei mir sitzt et alle in‘ Darm fest. Wie soll ich sagen …“ „Ich hör es schon: Alarm im Darm.“ Un glieks mennde dat Dokterken: „Wenns mehr nicht ist, das therapieren wir schon.“ Doch ganz so eenfach wör dat wuohl nich. Düt un dat möss he doon un dann soll he män in vetteihn Dage wier kuemmen. Nu denn.

     Vetteihn Dage drup göng dat dao so wier: „Guten Tag, Herr … äh ….“ „Leusmann.“ „Richtig, jaja, der Preußenmann. Nun nehmen Sie doch erst einmal Platz, nicht wahr. Wie ich sehe, haben Sie den Stuhl ja gleich mitgebracht.“ „Nu ja, Herr Dokter, ich wusst es auch nich so recht, aber ich sollte doch …“

     „Ach“, wünk dat Dokterken schwank aff, „da machen Se sich mal keine Sorgen. Kein Problem. Zeigen Sie das gute Stück doch bitte mal her. Na, eindeutig. Das ist Chippendale.“

     „Oh, doch nix Schlimmes?“ „Das eigentlich nicht, aber ihr Stuhl hat Würmer!“ Dao wör Leusmann aowerplatt. „Herr Dokter, was Sie nich sagen …“ „Na ja, so ist das mit den Diagnosen. Aber damit werden wir schon fertig. Drum lassen Sie den Stuhl am besten gleich hier, nicht wahr. Dann fühlen Sie sich auch gleich auf dem Heimweg schon viel leichter und unbeschwerter.“ „Oh, das wär ja schön.“ „Ja, ganz sicher. Denn ohne diesen harten Stuhl läuft es sich auf jeden Fall wesentlich unbeschwerter.“

     „Wenn Se dat män wissen! Oh, da bin ich ja so froh, Herr Dokter.“ „Das freut mich. Sehen Sie, dann hat das mit uns ja heute mal wieder ganz schön geklappt, nicht wahr?“ „Ja, Herr Dokter, das hat’s.“ „Schön, schön. Und wenn sonst noch was sein sollte, kommen Sie gerne wieder. Also dann: der Nächste bitte!“

Ali un Aldi

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1960 gaff et bi us in Düütskland jüste maol 1.500 Türken. Aldi deelde to de Tiet siene bis daohen jüste maol 300 Kaupladens in Aldi-Nord un Aldi-Süd up. Van nu an duerde et gar nich mehr lange, dao daien bi Aldi nich bloß de ersten Alis flietig inkaupen, nää, baolle leip bi Aldi auk all den een off annern Ali gar äs Filialleiter. Kick, dat is Integration! Dat göng so wiet, dat Ali maol bi Albrechts Karl in Essen anrööp un em sagg: „Allo Scheffe, hier Ali. Wille sagen, Pappepier für Klosette war nich auf Palette. Jaja, Scheffe, sonst alles Paletti bei Ali hier.“ Kick, so wör dat.

Tüskentiets liäwet von Ali nu all veer Generassionen bi us. Un uut kien Stadt un Land is Aldi wegtodenken. Ali auk nich. Egaol off Ali oder Aldi, beide häbt sick guet maaket un gehört längst to use Kultur hier. Vörbi, de Tieten, as sick so männig fien Menskenkind to schade wör, in so Billigläden es Aldi intokaupen; vörbi auk, as Ali noch stüödderde: „Scheffe, nich verdrehen, Ali nix verstehen…“ Nu mott Ali et jä nich glieks up Platt doon, doch et is auk nix, sick de bloß met „Verständigungsschwierigkeiten“ harümtoschlao’n. Dann geiht et van Anfang an in‘ Knüpp.

Män wat sägg ick dao?

Eenen van use hiesigen Landslüe hier, Hillebrands Gerd, de leip vör Jaohren es in Dortmund. He wör dao up Besöök bi siene Dochter Roswitha. Nu ja, wu dat vandage so is, wör Roswitha auk all van iähren Kerl aff un schlöög sick dao so äs „Alleinerziehende“ dör. Un so moss de junge Mama nao Fieraobend up ’n lessten Drücker auk noch gau de Kinner uut de Kita haalen. Tüskentiets könn Gerd jä noch wuohl gau wat fört Aobendiätten inkaupen. Nu ja, waorüm nich. Gerd wör jä gar nich so. Un so möök he sick denn auk met den Inkaupsbüül up ’n Patt.

Nu moss wietten, Dortmund, Junge, dao is all wat an Straoten! Herrjeh, Gerd kreeg un kreeg nich den rechten Dreih dao nao’n Aldi hen. Dao fröög he den erstbesten jungen Türken: „Du, höre er mal! Wo hier geht’s hin nach Aldi?“ Gewitzt keek em den klooken Ali an un sagg to Gerd: „Hö? Zu Aldi!“

Gerd schlöög sick verdutzt an de Plääte un meinde: „Wat?! Schon zu hier Aldi…?“

 

Nuul’n

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Gleiw nich, dat et fröher in de Kolonialwarenladens an Angebode feihlde. Blanke, dat wör daomaols all nen grauten Laden. An sick feihlde et an nix dao. Gar Kaiser Natron wör dao dot kriegen: In rechter Weise für Küche, Haus und Reise. Un an de Kasse konns auk noch gau nen Underberg mitnemmen: Seit 1846 das Fläschchen Wohlbefinden nach fetten Speisen oder reichlichen Mahlzeiten. Guet wat ti Iätten un dann nen Magenbitter de achteran. Un se wassen de alle guet bi tofriär. 

     Kien Wunner, dat Blankes Kauplaa’n guet Tolaup harr. Blanke wör bekannt för ’n guet Vollsortiment. Nu kam auk Bäänd in Person dao maol bi Blanken dran. Sien Frau kureerde in’ Bedde wat an Grippe uut un so moss Bäänd nu es inkaupen.

     He harr ’n Ssiedel debi. So göng et de Riege nao: Twee Stücke Dalli-Kernseepe, 100 Gramm Sago, ’n Tüütken Doktor Oetkers Grießpudding, nen Spitztuuten vull fien Bookweetenmiähl, een Pülleken essigsaure Tonerde, ’n Rölleken Hansaplast, halw Pund guede Buotter… Un as der Frau Blanke em antlest fröög: „Süss noch wat?“, sagg Bäänd: „Jau, Nuul’n.“

     „Wat för Nuul’n denn?“, woll se von em wietten. Bäänd keek dutt (verstört) üm sick un meinde bloß: „Nu ja, Nuul’n.“ „Woför söllt de denn sien?“, fröög de Blankenske em, „an sick doo ji se jä bloß äs Sternkes in de Suppe, oder?“ Dao moss Bäänd bi tostimmen, „aower mit Sternkes is us wuohl nich vull holpen, denn use Enkelkinner kuemmet un…“ „Bruuks mi nix mehr säggen“ gaff de Frau Blanke sick ganz verstännig, „bi de jungen Lüe is vandage mit Spaghetti glieks all’s paletti. Doch häw wi auk noch: Ravioli, Tortellini, Lasagne, Penne, Makkaroni, Canneloni …

     „Ach, Frau, hör doch up“, wünk Bäänd aff, „ick will de nix von hören, von so ’n Nudellatien. Giff mit wat an Nuul’n un dann is guet.“ Dat soll he män schön genauer nemmen, kreeg he to hören, süss wören de Enkelkinner dao gar noch fissig bi. Also, wat he denn nu woll: Bandnuul’n, Zöpflis, Trullis “ „Schluss!“ reip Bäänd, „wo sin wi denn? Nu sorg ick daoför, dat et bi us Katuffelpannekooken giff.!“

     „Wenn du et meins, mi is et een doon“, anterde (antwortete) dat Kolonialwarenmenske un streek so niäbenbi nen Krüemel van de Ladenthek, „häb ji denn auk genoog Üölge noch in Huuse?“ „Wat weet ick“, reip Bäänd verdreitlick, „dann giff mi män so ’n Pülleken mit, dat is jä nich weg.“ „Genau“, nickoppede de guede Frau, „aower wat för Üölge sall et denn sien? Raffeniert orre kaolt presset? Soja, Sesam, Sonnenblumen, Mais, Kürbiskern, Distel, Raps …

     „Oh je!“ quäkte Bäänd bloß noch, „Frau, statt Raps giff mi bitte nu nen Schnaps! Nen ganz normalen Schnaps. Un kuemm mi ja nich noch mit Raki orre Ramazotti, dann… Gnade Gott di!!“

Maolertempo

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Aff un an is dat Huus maol dran. Dat dachte sick auk Frollein Evers. De Schooljuffer harr jüst de Pension guet dör un auk von de Sparkasse gaff et noch guet wat uut nen Sparvertrag. Dat moch nu wuohl trecken för de Giebelwand, denn dao feihlde et maol wier an Farbe.

Nu wör Frollein Evers nich Frollein Evers, wenn se sick bi so wat vörher nich heelmaol klook möök. Handwerkers un Handwerkers, oh, oh, dao kann man nich genoog bi uppassen! Un dann vandage de Stunnenlöhns! Dao flügg dat Geld jä män so weg. Drüm leit de Frau sick de Angebote auk alle guet dör’n Kopp gaohn. Antlest schinn iähr den Anstrieker Quieter ganz patent. De harr guet wat an Gesellen, Gerüste un Geräöte, so dat et mit dat Giebelstrieken an sick schön flott klappen könn.

Heidewitzka göng et den Maondag drup auk forts schwank loss demit. Erst möök nen Trupp dat Gerüst un dann werkten twee Kerls auk all mit Farb un Pinsel. För so ne Juffer an sick schön to bekieken. Auk kreeg se up klooke Fraogen glieks klooke Antworten: Vorstrich, Isolierstrich, Grundstrich un Anstrich hier un Farbstrich dao. Wat mehr? 

Doch nu schwüngen de beiden Riekkels (von Rüde) dao all veer Dage den Widdelquast an de Huuswand hen un her. Marijo, nich dat et nich gründlick sien soll, aower so langsam möök sick de Everske de doch nu Gedanken üm.

Üm bi de Antwort wuohl wat Tiet to gewinnen, rüöhrde Benno, well dao upt Gestell den Vorarbeiter wör, gründlick in den Farbenpott harüm, reckte piel sienen Puckel dör, schööf mit gekonnten Tungenschlag den Hahnewacker (Kautabak) up de ännre Backensiete, spiggede de schwatte Priemsoße wiet weg nao unnen hento un sagg: „Tschä, guede Frau, dao fraog ji män wat … Ick sägg es so, wenn de Olle düsse Dage den Ladbiärgsken Kerktaon för den Anstrich krich, dann geiht dat flott hier. Dann sin wi de in Nullkommanix mit feddig. Aower wenn nich, also dann kann dat hier noch wat duern …“