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Alle Jaohre wier krich man üm Wiehnachen immer schön wat to hören en düsse Kerkenkonzerte. Dao kann „Heidschi-Bumbeidschi“ nich keegenan. Heel fierlick aower, wenn et klinget: „Joseph, lieber Joseph mein …“. Dat is heel änners wat äs „White Christmas“ orre den „Winter in Canada“. Von all dat Wiehnachtsgeduudel in de Kauphüüser ganz to schwiegen. Un ganz ehrlick, för de Dochter Zion is dat erst recht nix. Wu fierlick wiehnachtlick aower glieks wenn et met Bachs Kantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ dehergeiht!

    Heel devan andaon wören auk es Jopp un Wilma. Wilma harre Jopp düt Jaohr auk es in en schön Wiehnachtskonzert küeren konnt. „Joseph, lieber Joseph mein“, gefööl em fört Erste denn auk wuohl. Doch jüst düt „Wachet auf“, höölt Jopp nu devan aff, dat em män doch de Döppen toklappten (Augen zufielen). Nich gennog demet, stott’e Sefa em gar noch in de Siete un flisterde: „Oh Mann, ick gleiw, dat is Bach.“

     Jopp lööt sick nix anmerken. De Mann keek stump liekuut un flisterde Wilma to: „Frau, ganz ruhig. Wochte, bis he sick villicht es ümdreiht, dann kanns jä immer noch seihn, off he dat wüerklick is.“

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Alle Aogen wochtet up Di
un Du giffs Iätten to rechten Tiet.
Du döss Diene guede Hand up
un giffs all‘s wat dao liäwt
Dienen Siägen.
Amen

(Ps 145)

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Di, o Gott, för Speis‘ un Trank
sägget wi von Hiärten Dank.
Du gaffs, ja, Du döss alltiets gewen,
wi könnt dör Di us neei (neu) beleewen.
Drüm gewwet wi us nu de Hande
Un wünscht us Siägen hiertolande.

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O Gott, mit miene Korpulenz
liäw icke keggen alle Trends.
Ick wünske mi von Hiärten sehr,
dat endlicks ick wat lichter wör.

Drüm möcht ick nu, statt wat to iätten,
to Di in de Tiet leiwer biädden.
Dat wör nich geistig bloß gesund,
et göng auk quiet glieks Pund üm Pund.

Ick könn so ohne Strategien
lichthen insparen Kalorien.
Dat möök mi schlank un mehr äs blij,
so help mi, dör Gebet debi.

Ick will et reinheruut benennen:
Gott, staoh mi bi, üm afftonemmen!
Ick huop up Di un bitte Di,
Gott, stärk un unnerstütze mi.

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Ick sin dien Gott, dien Schutz un Schild,
drüm achte guet, wat alltiets gilt,
so is auk di et guet tomode,
mit düsse, Miene Teihn Gebode:

1. Vergötter kiene Macht der Welt;
laot trüe Mi di to Siete staohn.
Ick sin dien Gott, de to di hölt,
mit Mi döss nienich unnergaohn.

2. Haoll, wat Mi tokömmt, hauch in Ehr
un acht auk iämso mienen Namen.
Ick staoh di bi, staoh di to Wehr,
spriäk du daoto dien Amen.

3. Verrenn di nich, heel wahn, malatt,
in Arbeit, Stress orre Klimbim.
Doo auk för diene Siäle wat,
drüm sie de Sunndag di Gewinn.

4. Ehre dankbar Vaa un Muor,
in‘ Öller laot se nich in‘ Stich.
Häb fröndlick di un sie nich daor.
Acht‘ guet up eenes: Striet‘ ju nich.

5. Haolle an di, nienich morde;
all’s wat liäft is’t Liäben gönnt.
Doch wahr di auk vör sücke Worde,
de ännere vernichten könnt.

6. Briäk nich lichthen den Ehebund,
laot di äs Lodderjan nich gaohn.
Befasse di auk nich mit Schund,
wu könn man süss noch uprecht gaohn?

7. Laot liggen, wat di nich gehört,
denn Klauen brenget nimmer Glück.
Auk Schrappen ohne Rücksicht stört,
et mäck kaputt bloß, Stück för Stück.

8. Dien Wort sall ehrlick sien un klaor,
nich ächten rüm, dat mäck nich froh.
Drüm sägg bloß dat, wat auk is waohr,
süss haoll di trüch, is biätter so.

9. Begehrlichkeit erfüllet nich.
Giez stött af, kennt kien‘ Manier.
Well nich genoog in‘ Halse krich,
verdriff dat Glück dör siene Gier.

10. Nich all’s wat Lust mäck, mäck auk froh.
Wahr di vör Sodom un Gomorra.
Drüm sägg ick et hier düütlick so:
Ora et labora.

Plattdeutsche Pötter-Bücher
aus dem Aschendorff-Verlag Münster;
Immer etwas Besonderes „von hier“!