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„Singet dem Herrn ein neues Lied“, so heißt es zu Beginn von Psalm 98.
Wi doot dat hier up Plattdüütsch.

 

 Mitwirkende

 

Andreas Wermeling
an der Orgel der St. Antonius-Basilika in Rheine

Hermann-Josef Sürken
Studiotechnik und musikalisches Gesamtarrangement

Strauhspier
Nikolaus Evers, Hermann-Josef Sürken, Helmut Schnieders

Georg un Marie-Sophie Leugering
von Film 76, Rheine, för de Videoclips

Julian Noack
Computertechnik un Internetpräsenz

Otto Pötter
Moderation un Gesang

Die Videoaufnahmen stammen von Film-76, Georg Leugering, Rheine

 

Vadderunser

Vaterunser

Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Graute Gott, wi luowet Di

Großer Gott, wir loben Dich

Nach dem Te Deum (4. Jahrh.)
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der St.-Antonius-Basilika in Rheine

 

’n Huus vull Glorie

Ein Haus voll Glorie schauet

Melodie: Joseph Mohr, 1875
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt- Antonius-Basilika in Rheine

 

Luowe den Herren

Lobe den Herren

Melodie: Stralsund 1665 – Halle 1745
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Alleen Gott üöwer us sie Ehr

Allein Gott in der Höh sei Ehr

Melodie: Nikolas Decius, 1522
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

All’s mit Sinn to Gottes Ehren

Alles meinem Gott zu Ehren

Melodie: Melchior Ludolf Herold, 1808
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Wat Gott dött, dat düch alle Tiet

Was Gott tut, das ist wohlgetan

Melodie: Severus Gastorius, 1679
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Mien Hiärt un Siäl verlangt nao Di

Aus meines Herzens Grunde

Melodie: C. Ulenberg, 1582
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Ji Frönde Gottes allesamt

Ihr Freunde Gottes allzugleich

Melodie: Innsbruck, 1588
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Di möch ick, Gott, to eegen sien

Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz

Melodie: Köln, 1638
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Gott, Diene Güte is so wiet

Gott, Deine Güte ist so weit

Melodie: Ludwig von Beethoven (1770- 1827)
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Wi sind nich alleen

Eine große Stadt entsteht

Melodie: Josef Anton Saladin (1908-1996)
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Dat is de Dag, den Gott hät maakt

Das ist der Tag, den Gott gemacht

Melodie: Johannes Leisentrit, 1567
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Well unner Gottes Schutz fest steiht

Wer unterm Schutz des Höchsten steht

Melodie: Michael Vehe. 1537
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Gott’s Geist dörwirkt dat ganze All

Der Geist des Herrn erfüllt das All

Melodie: Melchior Vulpius, 1609
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Siägne Du, Maria

Segne Du, Maria

Melodie: Karl Kindsmüller, 1916
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Freu di, du Hiemmelskönnigin

Freu dich, du Himmelskönigin

Melodie: Konstanz: 1600
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Säggt an, well is doch düsse

Sagt an, wer ist doch diese

Melodie: Joseph Clauder, 1631
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Wunnerschön prächtige

Wunderschön prächtige

Melodie: Einsiedeln, 1773
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Wi luowet Jesus Christus

Gelobt sei Jesus Christus

Melodie: Paderborn, 1770
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Ick will di gern häm’n, miene Stärke

Ich will dich lieben, meine Stärke

Melodie: Georg Joseph (1667)
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Wat us de Erd hät schonken rieklick

Was uns die Erde Gutes spendet

Melodie: Genf 1543
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Dienen Heiland, dienen Lehrer

Deinem Heiland, deinem Lehrer

Melodie: Salzburg, 1781
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Komm, du Heiland von us all

Komm, du Heiland aller Welt

Melodie: Erfurt, 1524
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Allen Mensken steiht peraot, Gottes Raot

Morgenglanz der Ewigkeit

Melodie: Halle, 1704
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Miene Huopnung, miene Freude

Meine Hoffnung, meine Freude

Taize-Melodie: Jacques Berthier, 1989
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Vull Andacht will wi beden

Laudate omnes gentes

Taize-Melodie: Jacques Berthier, 1978
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Help, Du Herr von’t Liäben

Hilf, Herr meines Lebens

Melodie: Hans Puls, 1962
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

In Dienen Freed

Im Frieden Dein, o Herre mein

Melodie: Wolfgang Dachstein, 1530
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Muorngebet – Morgengebet

Von und mit Otto Pötter, 2020

Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Aobendgebet – Abendgebet

Von und mit Otto Pötter, 2020

Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Haolle Gott di fest in Siene Hand

Möge die Straße uns zusammenführen

Melodie: Markus Pytlik, 1988
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

So nemm denn miene Hande

So nimm denn meine Hände

Melodie: Friedrich Silcher, 1862
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Kündet alle in de Naut

Kündet allen in der Not

Melodie: Halle, 1704
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Uut deepe Naut roop ick Di to

Aus tiefer Not schrei ich zu Dir

Melodie: Martin Luther, 1524
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Wi sind bloß Gast up Erden

Wir sind nur Gast auf Erden

Melodie: Adolf Lohmann, 1935
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine

 

Dat Körn för sick mott stiärwen

Das Weizenkorn muss sterben

Melodie: Johann Lauermann, 1972
Plattdeutscher Text von und mit Otto Pötter, 2020
Andreas Wermeling an der Orgel der Sankt-Antonius-Basilika in Rheine


Die plattdeutschen Liedtexte hierzu
siehe:
www.poetter-plattdeutsch.de
Geistlicket up Platt

Bild: pixabay

Also wat hier bi us in Rheine fröher so nen heelmaol amtlicken Stadtdirektor wör, dao kam so licht nich eenen mit. Sücke satten in‘ Raothuus gar achter ne dicke Polsterdööre, ümdat se auk schön iähre Ruhe harren. All’s ännere mööken dao so de Beamten un nich tolesste Rudi, den Huusmester.

Oh ja, wat de Huusmesterie in dat Rheinske Raothuus anlangte, so konn et nich biätter äs mit so eenen es Rudi, „ein Mann für alle Fälle“. Dao smeet he sick aower auk giän maol för in de Buorst. Dann sagg he: „Leute, Leute, wenn icke un den Stadtderekter nich wören, dann wör et hier aower manchs zappenduuster!“ Wenn he daobi in sienen griesen Kieddel gar auk noch astrant (anmaßend) mit den Zollstock rümfuchelde, sagg dao auk nich eenen noch wat up. Hauptsaake, „de Olle“ sömms fuchelde män nich so von buoben daale detüsken.

Aower „de Olle“ harre et auk nich immer eenfach. Well niämlick äs upgeweckten Stadtdirektor uut siene Stadt wat maaken will, de hät faken (oft) nich weinig so üm de Ohren to wehren. Un an de Ohren göng em dao in sien Büro nu auk noch dat olle klapperige Oberlicht. Den Stadtdirektor moss dao gar all bi prussen.

Gott Dank aower wör nu erst es maol Urlaub. Drüm leit den Direktor vörher noch iäben bi Rudi klingeln. De stönn auk glieks bi senen Scheff praot. „Rudi, ach ja, gut dass Sie da sind. Also Sie wissen ja, nicht wahr, dass ich nun meinen wohlverdienten Urlaub antrete. Da hätte ich nun jedoch noch einige wichtige Anweisungen für Sie. Wässern Sie bitte alle vier Tage meine Blumen; nur dort, der Kaktus, der braucht kein Wasser. Verstanden? Nicht dass Sie mir den hier womöglich noch absaufen lassen. Ach ja, und nicht zu vergessen, Rudi, ganz wichtig: Sorgen Sie dafür, dass das Oberlicht in Ordnung kommt. Das ist hier ja sonst kein vernünftiges Arbeiten mehr! Alles verstanden?“ „Alles bestens verstanden, Herr Stadtderekter“, sagg Rudi em un wünschkede, „einen recht schönen Urlaub.“

Vetteihn Dage drup kreeg Rudi wier Order för sienen Rapport. Korrekt gaff he Bericht: „Alle Blumen, Herr Stadtderektor, haben schön Wasser von mir gekriegt, bloß den Kaktus nix.“ Dann hooßede Rudi maol iäben knapp so dör, schmeet sick in de Buorst un sagg: „Un dat Oberlicht, Herr Stadtderekter, also, ich mein, besser gehts nu nich mehr. Da knippsen Se, bittschön, doch mal den Schalter, denn ich hab da oben an de Decke extra zwei moderne Neonleuchten reingezogen.“

(klicken zum Vergrößern)

Vorwort von Pfarrer em. Ludger Bügener, Ochtrup

Mal amüsiert, mal nachdenklich, habe ich dieses Buch von 0tto Pötter mit Freude gelesen. Heiteres muntert auf und Besinnliches drängt zum Nachdenken, so wie – gleich zu Anfang des Buches – die Gedichtverse: „Bitt alltiets auk üm Gottes Siägen; denn alles könn wi Mensken nich. Laot di van Em, wenn ’t hatt is, driägen, dann kömms guet an, ganz sicherlich!“ Der Wesenskern der Menschen hier entlang der Ems ist damit gut getroffen: Stimmig und sinnig; den Schalk im Nacken, doch das Herz voll Gottvertrauen. Eine gute Mischung, um gut durchs Leben zu kommen.

Gut gemischt und „farbig“ sind denn auch die Geschichten dieses Buches, mit ausdrucksstarken Worten wie gemalt; sie lassen schmunzeln und beschreiben Ereignisse des täglichen Lebens so hautnah, dass man nicht weiß, ob sich das, was beschrieben wird, auch wohl wirklich so ereignet hat. Einiges mag kurios klingen, aber wie es beschrieben wird, das ist großartig. Der weithin bekannte Dichter und Schriftsteller aus Rheine schreibt nie flach, nie Effekt haschend „derbe“. Statt dessen spürt man sein Feingefühl für belebende Worte. Das hat Stil. Pötters Platt ist feinstes Platt auf hohem Niveau.

Lesen Sie nur. Mit treffenden Lebenswahr- und Lebensweisheiten verwebt, erkennen Sie sich selbst in den Höhen und Tiefen des Lebens. So lebendig und echt wäre das auf Hochdeutsch kaum möglich. Das ist niederdeutsche Literatur von Rang! – Passend zu diesem Niveau denn auch die „feinen“, sich gut einfügenden Illustrationen seines Sohnes Markus, einem renommierten Bühnenbildner aus Dresden (www.panopti.de).

Ein renommierter plattdeutscher „Baas“ kommt am Ende des Buches noch zu Wort. Es ist der aus Bevergern stammende Professor Dr. Dr. Anton Hilckmann (1900 – 1970). Als ein geradezu plattdeutscher Wissenschaftler wollte er sogar sein Testament beim Amtsgericht Rheine auf Plattdeutsch hinterlegen! Weil das aber kein „Amtsdeutsch“ sei, wurde ihm das verwehrt. Nun denn. Dafür gibt es aber heute „Pötter-Bücher“. Und daran hätten auch so Sprachkünstler wie Hilckmann und Winckler ihre helle Freude. Und ich?

Ich wünsche sehr, dass auch dieses Buch viele Leserinnen und Leser findet, die Plattdeutsch nicht nur wertschätzen und sprechen, sondern auch Zugang zu jenen Sprachinteressierten findet, die ein altes linguistisches Kulturgut unserer Heimat wieder neu entdecken oder gar erlernen möchten. Ich kann ohne Übertreibung sagen: „Alleene för de schönen Pötter-Bööker dai sick dat all lauhnen.“

► Otto Pötter:  Liekuut, liekan – Plattdeutsche Schnurren und Alltagsgeschichten –  18  €
Verlag Aschendorff, Münster, 2017 –  ISBN-Nr.:  978-3-402-13253-1

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Bild: pixabay

Laot ick Di manges auk in‘ Stich,
seih mi dat nao, verlaot mi nich.
Dräut gar Misere, Naut un Pien,
laot Diene Hölpe bi mi sien.

Ick gaoh et oft es Schlingel an.
Mien köppske Ick vergett Di dann
un meint, et göng auk ohne Di.
Jüst dann bis Du mi vis à vis.

Doo ick et flietig noch so fix,
ohne Di is’t alle nix.
Wat wär antlest ick ohne Di?
Drüm bitt ick stracks: Sie bi mi bi.

So lichtet sick up maol de Schlier.
Hiärt un Siäl gesundet wier.
Statt Wichtigdoon bitt ick nu fien:
Laot Diene Hölpe bi mi sien.

 

Siehe auch:

YouTube player
Tempel-Blues up Platt „Laot Diene Hölpe bi mi sien“