Männerkeramik

Bild: pixabay

Geiht et üm de Bildenden Künste, is de Keramik dao glieks vörne mit bi. Wat nu de Männerkeramik is, so is dat wier ne Kunst för sick. Dao könnt denn auk nich alle bi mitküeren. So Männerkeramik is nu maol mehr wat för Mannslüe. Fröher gaff et in de Wertshüüser niäben den Lokus gar noch düsse Speibeckens, an de Siete mit twee stabile Griffe dran. Wo gaff et so wat süss wuohl? Wenn vandage kicks, wat dao alle Kunst is, so bruuket wi Mannslüe us mit alle use Männerkeramik daokeggen gar nich verstoppen. Auk wenn wi an sick gar kiene Kunstkloos willt.  

     Aower nä. Egaol häbt se us up den Kieker. Klooke Fraulüe schimpet us gar äs Stehpinkler. As wenn wi us wuohl gerne krumm mööken. Dat lich us von Natur doch gar nich. Gleiw doch nich, dat Adam auk all in de Hocke göng, bloß üm nen Stritz Waater to laoten. Lachhaft. De harren in
Paradies doch ganz annere Sorgen. Aower wu dat dann mit Eva alle all hengöng … Egaol. Schwamm drüöwer. Wi staoht dao leiwer bi. Herrjeh, waorüm auk nich? Gott woll dat so!

     De ganze Männerkeramik is dao denn auk nao. Wi smiet‘ sogar gerne noch wat an Duftsteene debi dran. Wenn aower auk dat noch de Fraulüe nich päss, so sollt se män verduften. Üöwerhaupt, man mach et baoll gar nich säggen, aower wat de rechte Männerkeramik anlangt, de is för Frauen nix. Us aower gefallet ganz un gar düsse wunnerbaren Niagara-Urinale. Wo süss könnden Mannslüe mit nen Strahl gar nen lütken Football int Tor pissen? Wat mött‘ dat för Mensken sien, de us nich es so ne Art Wasserball gönnet?

     Aower auk so staoht wi dao up se Herrenkabinett immer schön in Reih un Glied. Wenn wi dao, „die Augen geradeaus“, dann piel up de Kacheln von de Wandkeramik kieket, gaoht us gar graute Gedanken dör den Kopp. Et feihlde bloß noch, dat dao eenen von ächten her den grauten Zapfenstreich schön bi trummeln dai. Dat göng villicht auk de Fraulüe noch wuohl dör un dör. Aower sicher wäre auk dat wier nich … Egaol. Keine Widerrede. Up use schöne Männerkeramik laot wi Mannslüe nu maol nix kommen.

     So, dat woll ick hier nu auk es säggen.   

 

Plattdeutsche Bücher von Otto Pötter
aus dem Aschendorff-Verlag Münster
Immer was Schönes „von hier“