Hiärwst

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Wenn nu in’ Hiärwst de Drachen stieget,
hauch üöwert wiede Stoppelfeld,
un Baime bunt dat Löchten krieget,
dann suust et frisk wier dör de Welt.

Et wörmt nich mehr de Sunnenschien,
fröh winkt de Aobend, niäbelnatt;
Nachtküllde plücket sacht un fien
egaolweg nu so Blatt üm Blatt.

Streng giff de Hiärwst sick mehr un mehr,
as sach he ernst: „Wat mott, dat mott.“
De Kattuul (Schleiereule) röppet auk deher;
de Rüer kläfft hall (laut) et uut sien Schott.

Wahrlick, de Tieten ännert sick,
de Hiärwst gemahnt et resolut.
Auk düt Jaohr nu krich wier nen Knick;
nich lang, dann is all wier Kehruut …

Plattdeutsche Trauersprüche

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Wat ick so konn, dat häb ick daon;
vull Toversicht will ick nu gaohn.

Du guede Gott, an use End
schenk Liäben, dat kien Ende kennt.
Führ us, mit Jesu trüü Geleit,
int Lecht von Diene Herrlichkeit.

Otto Pötter

 

Geiht et auk nich ohne Stiärben,
Danke för mien guede Liäben.
Miene Kraft is nu to Ende,
doch se giff togliek de Wende
för ewig, ohne Angst un Pien,
bi Di un miene Sort to sien.
De ick apatt mott trügge laoten,
behööde üöwer alle Maoten.

Et geiht üm mehr

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Mit de Dage wasset dat Körn in de Wiäken,
un mit de Wiäken to Ähren för de Seise;
aower erst dör de Seise
wätt daoruut Braut un Speise.

Geiht dat den Kopp oft auk wuohl quer;
et is, es ’t is, et geiht üm mehr.

Mit de Dage riepet wi in de Jaohre,
un mit de Jaohren to Erntegaben för den Daut.
Aower erst dör den Daut
werdet wi richtig graut.

Geiht usen Kopp dat auk wuohl quer;
et is, es ’t is, et geiht üm mehr.


Immer was Feines von hier:
Plattdeutsche Pötter-Bücher aus dem Aschendorff Verlag Münster

Ick gaoh mit miene Latüchte

Melodie: Ich geh mit meiner Laterne
Plattdeutscher Text: Otto Pötter
Bild: pixabay

Ick gaoh mit miene Latüchte
un miene Latüchte mit mi.
Dao buoben löchtet de Sternkes,
un unnen hier löchtet wi.

Mien Lecht geiht uut,
still, nich so luut,
rabimmel, rabammel, rabum.
Naohuuse nu,
ick bruuke Ruh,
rabimmel, rabammel, rabum.

Ick gaoh mit miene Latüchte
un miene Latüchte mit mi.
Dao buoben löchtet de Sternkes,
un unnen hier löchtet wi.

De Martinsmann,
de geiht vöran,
rabimmel, rabammel, rabum.
Us wiest de Mann,
well helpen kann,
rabimmel, rabammel, rabum.

Ick gaoh mit miene Latüchte
un miene Latüchte mit mi.
Dao buoben löchtet de Sternkes,
un unnen hier löchtet wi.

De Hill’ge Mann
nemmt Angst un Bang
rabimmel, rabammel, rabum.
Lecht löchtet wier,
schier Hiemmelszier,
rabimmel, rabammel, rabum.

Ick gaoh mit miene Latüchte
un miene Latüchte mit mi.
Dao buoben löchtet de Sternkes,
un unnen hier löchtet wi.

Komm’k nich torecht,
bruuk ick mehr Lecht
rabimmel, rabammel, rabum.
Von Hiemmel kömmt,
wat Angst mi nemmt,
rabimmel, rabammel, rabum.

Stutenkerl un Piepenkopp

Bild: Bäckerei Wulf, Dortmund-Huckarde

Also dat is jä starken Tobak! Nich dat ick dat Smööken fienküeren will, aower de rabellsken Nichtrauchers gaoht apatt män doch wat wiet.

So häbt se nu gar den Stutenkerl met siene Piep up ’t Körn nommen. Mann, wat päss in so ’n Stutenkerlpiepken denn all an Tabak drin? Wenn ick dao an use Opa denke, wenn de sick fröher sienen Lülldopp met „Nadorffs-Krüll“ vullstoppede, dann was et män guet, dat wi noch kiene Rauchmelders in Huuse harren. Aower so ’n Stutenkerlpiepken?

Män so is dat: Et giff vandage baolle nix mehr, wo si di nich mit packen könnt! Üöwerall is wat. Hier glieks wat un dao wier wat. Dao kann usereene all gar nich mehr vörsichtig genoog bi sien. Dao suuset de Kopp män so bi. Ganz schlimm is di dat wuorden!

Üm nich gar auk noch mit de Stutenkerlpiepkes antolaupen, häbet sick de „innovativen Stutenkerlpfeifenfreunde“ nett wat infallen laoten. „Uut Stutenkerlpiepen mött wi es änners wat maaken“, saggen sick düsse gewitzten Erfinders un fimmeleerden Fleitepiepkes deruut. Un so geiht dat nu ümgekehrt demit. Drüm fleit de män up!

Also, statt dao uut nen gloinigen Fussen Tabak nen deepen Lungenzug to nemmen, mott man in den Piepenkopp nu drinblaosen, üm et fleiten un trällern to laoten. Jaja, van wiägen „Schall und Rauch“, dat giff et! Kerl, Kerl, Kerl, ick mach et baoll gar nich säggen, aower in de Volkshochschule laupet all de ersten Kurse:

Die neue Flötentechnik im Umgang mit der modernen Stutenkerlpfeife.

Unner us: Villichte is et gar nich so verkehrt, van wiägen de Piepenköppe un so, ruhig es maol nen Pyschater debi to nemmen. Ick meine, eenfach so sicherheitshalwer. Guet müöglick, dat dao all iäbenso den een off ännern Stutenkerlbäcker sitt. Jüst sücke häbt et bi de Backstuobenhitze jä nich licht, sick dao gar noch mit Piepenköppe to befassen. Un dat auk noch stutenkerlkonform! Nämanä! Well begripp all, wat et nich alle so för Stutenkerle giff! Fraulüe göngen laupen …

So kam bi den Bäcker Blanke es vör Jaohren üm den 6. Dezember harüm nen stäödigen Hengst in den grauten Backstuoben harin geklappert un wieherde: „Kick, Blanke, auk flietig?“ Un glieks fröög em dat Dier: „Ach, wat ick säggen woll: krieg ick hier wuohl schöne Stuten?“

Mann, stell di so wat es vör! Den Bäcker Blanke keek auk heel verbaast von sienen Backtrog up, wiskede sick den Sweet van de Plääte un spröök: „Also nä! Du büs mi jä villicht ’n Kerl…!“ „Dat machs wuohl säggen“, nickoppede den Hengst, „ick sin auk män eenmaol giäne nen Stutenkerl…!“

Kick, auk wier so wat, wo bloß noch säggen kanns: „Kerl, Kerl, Kerl, dat de Lüde et nich hört.“ Un dao blief nu auk noch etepetete bi. Män so is dat mit de Stutenkerls. Giff sücke un sücke. Hauptsaake man kömmt de nich bi in‘ Knüpp. Dat Beste is wuohl, man denkt de erst alle gar nich graut üöwer nao.

Eher dat ick de villicht noch bi dördreih, maak ick dao gar kien Gedrüüs mehr üm. Ah wat. Ick nemm den Stutenkerl, so es he kömmt – un dann werd ick dao wuohl mit feddig. Wör jä gelacht, wenn nich. Stutenkerl is Stutenkerl, mit wat för nen Piepenkopp auk immer. Mann, fleit de doch wat up. Well will sick denn up Wiehnachten hento auk üöwer so wat noch graut upregen, hö?

Icke nich.