För unnerweggens

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Kömmt et hatt, bruukt et in‘ Liäben
mit Toversicht nen festen Tratt.
Süss geiht et wanner leep (schlimm) deniäben –
un dann bis aff von‘ rechten Patt.

Wietten klook, wohen et geiht,
dat kömmt gewiss an de erste Stell‘.
Is’t dann auk düüster maol un weiht,
dann ress di still, et werd wier hell.

Den Knappsack, dao mott auk wat in,
nicht dat du liggen bliffs, malatt;
doch nich tovull un nich to minn,
so dat et guet di dött, apatt.

Un nich, dat et an Bildung feihlt!
Süss mäcks bi alle Narren Stopp.
Off guet du geihs orre verdreiht,
mäck nich de Patt, dat mäck de Kopp!

Drüm achte drup, mit wem du geihs
dört Liäben hier, off Frau, off Mann.
Denn off du fölls orre guet steihs,
dat kömmt up Mensk un Frönd auk an.

Bitt nich tolesst üm Gottes Siägen;
denn alles könn wi Mensken nich.
Laot di van Em, wenn ‚t hatt is, driägen –
dann kömms wuohl an – gaaanz sicherlich!

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La Le Lu

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La Le Lu,
sacht ümfängt us Aobendruh,
wenn de Sandmann fröndlick winket,
dann wink auk du.

La Le Lu,
Nachtuhls roopt all: „Uhuhu …“
Wenn de Sternkes blenkend draimet,
dann draim auk du.

De Mann in‘ Maond kick daal up us
as winkte he us to;
as sagg he nu to Dagesschluss
us: „Angenehme Ruh.“.

Gar Engelkes doot sick nu waogen
to us, heel dichte bi.
Umfanget Hiärt un fuchte Aogen
mit Hiemmelglanz un Sympathie.

La Le Lu,
laot den Sandmann kuemmen nu,
weil he us mit Schlaop fien winket,
drüm wink auk du.

La Le Lu,
wunnerbar de Aobendruh,
wenn de Welt von Frieden draimet,
dann draim auk du.

Aobendstund kömmt sachte

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Melodie: Abend wird es wieder

Aobendstund kömmt sachte,
dao döt Ruhe guet.
Baolle is et Nachte,
Düsternis all luert.

Bloß de Iemse bliff nich
aff un an es staohn;
auk iähr Waater schwigg nich,
mott män wiedergaohn.

Es de Iemse geiht dat
hier auk use Siäl‘,
immer wier maol is wat,
düster maol un hell.

Wat för deep Begründung
dat auk kläören will,
von de Quell to Mündung
steiht dat Hiärt nich still.

Gottverlangen driff us
üöwer Dag un Nacht;
eenzig Ruhe bliff us –
wenn He hölt de Wacht.

Hett et Adé

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Hett et Adé, döt et oft weh.
Doch jüst dat Scheiden mäck, dat Liäben wiedertreck.
Drüm sägg: „Adé“ –
Döt et auk weh.

Hett et Adé, is et es Schnee.
Wat föllt in Küllde bi Nacht, wäörmt nie’e Planten ganz sacht Jedet Adé,
wesselt es Schnee.

Hett et Adé, mäck dat auk free.
Is dat Losslaoten auk schwuor,
stigg nie’et Liäben empor.
So is Adé Luv auk un Lee.

Drüm: Hett et Adé,
drink erst es Tee.
Allet bruukt siene Tiet, bis et es wier is sowiet mit dat Adé –
ohne Ohje …

Graffkrüüß

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De Baom wäss längst all, Gott weet wo,
wieldat vor Liäben du so springs.
He wäss för di all up di to,
bis dat he föllt, blindlings.

Mit Biel un Saage krigg he ‚t dann,
dat et barbarske män so kracht;
von Baomwämser bis Timmermann
begaoht se em nu, gar nich sacht.

Antlest bliff glattet Holt von em,
gewienert un poliert.
As Sarg un Krüüß, ja, je nachdem,
wat dienen Daut so ziert.

Sind et twee Lättkes auk män bloß,
as Krüüß gewerkelt, mit dien‘ Namen,
so gaoht nu Baom un du getrost.
fierlick antlest mit „Amen“.