Graffkrüüß

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De Baom wäss längst all, Gott weet wo,
wieldat (während) vor Liäben du so springs.
He wäss för di all up di to,
bis dat he föllt, blindlings.

Mit Biel un Saage krigg he ‚t dann,
dat et barbarske män so kracht;
von Baomwämser bis Timmermann
begaoht se em nu, gar nich sacht.

Antlest bliff glattet Holt von em,
gewienert un poliert;
as Sarg off Krüüß, ja, je nachdem,
wat dienen Daut so ziert.

Un sind et män twee Lättkes bloß,
as Krüüß mit dienen Namen,
so gaoht nu Baom un du getrost.
tohaup antlest mit „Amen“.

Psalm 130
Uut deepe Naut roop ick to di

Aus tiefer Not schrei ich zu Dir
Text und Melodie: Martin Luther (1524)
Plattdeutscher Text: Otto Pötter (2020)
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Uut deepe Naut roop ick to di,
mein Gott, hör miene Stimm!
Dreih mi dien Ohr to,
vernemm mien Flehen.
O Gott, wüörds du up us Fehl un Tadel kieken,
well könn dann noch vör di bestaohn?
Doch dien Hiärt is grötter,
bi di is Vergewung,
so dat wi nich kaduck,
sönnern in Freud un Ehrfurcht
to di upkieken könnt.
Ick huop denn auk alltiets, Gott, up di,
miene Siäl is vul Verlangen nao di.
Vull Toversicht wochtet miene Siäl
up dien Licht un diene Wäörmte,
mehr äs den Nachtwächter up den Muorgen.
Ja, mehr äs den Nachtwächter up den Muorgen
soll Israel, un wi mit debi, huopen up Gott.
Denn bi em is all’s to finnen,
wat wi süss nich finnet,
Erlösung, Gelingen un Heil.
Gott alleen mäck us frie von use Sünden.

För alle is Karfriedag maol

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För alle is Krafriedag maol,
off wiet noch hen orre gar baolll …
Dat use Liäben endlick is,
ja, dat is sicher, ganz gewiss.

Nich eener hier in use Runde
kennt Jaohr off Dag, orre de Stunde.
Un doch is et eenmaol sowiet,
för mi un di is et dann Tiet.

Wat nu? Wat dann? Well dat män wüss.
De Welt lött us in‘ Ungewiss.
Doch statt Finale un Mallör
spriäkt Christen hierbi anners dör.

Hier kieket wi män „unvollkommen“,
de „rechte Sicht“ is us noch nommen.
„Dann aber“ kenn wi ’t ganz un gar!
So mäck de Bibel us dat klar
(1. Kor 13, 9-12).

Well daovan nix nich wietten will,
de sie bi dat män leiwer still.
Wat he auk up de Riege krigg,
biätter is dat sicher nich.

Un quiäl wi us auk noch so sehr,
bloß well dr glöff, vertruut up mehr.
Gott Dank singt se in männig Lieder:
Ächter ’n Horizont geiht ’t wieder …

Wi Christen bruuket kien Begaosken;
(beschwichtigen, herunterreden),
wi glöwt an mehr, drüm fier wi Paosken!

Wi sind bloß Gast up Erden

Wir sind bloß Gast auf Erden
Melodie: Adolf Lohmann (1938)
Text: Georg Thurmair (1935)
Plattdeutscher Text: Otto Pötter (2020)
Bild: pixabay

Wi sind bloß Gast up Erden
un laupet, Jan un Mann,
mit männige Beschwerden
up use Heimat an.

Verlaoten sind de Wiäge,
oft stocket us de Been;
nich Stütze un nich Driäge
seiht wi, si staoht alleen.

Eenzig in triste Wiete
löpp mit us Jesu Christ.
He steiht us trüe to Siete,
wenn all’s verlaoten is.

He müöge us behüten,
wenn wi es nich mehr könnt.
Dat He in siene Güten
us dann sacht to sick winkt.