Profilneurose

Bild: pixabay

Ja, dat künstlicke Gebiss
is män doch ’n Hindernis.
Haore wasset uut de Ohr’n
un de Schnuppersinn geiht auk verluor’n.

De Ächtern, fröher prall un rund,
föllt langsam in dör Muskelschwund.
Un buoben up dat griese Köppken,
löpp uut de Niäs so männig Dröppken.

Dat Profil werd langsam kläglick;
man nemmt to, gar baolle täglick.
Un auk dao drunner, unner ’n Nabel,
is ‘t auk nich mehr so ganz passabel.

All dat will Jopp nich gellen laoten,
stattdem dött he ganz anners praoten:
He pucht, he könn noch wuohl an Krücken
ne schöne Frau recht guet beglücken!

„Män to, ick häb de nix ümbi;
Hauptsaak, ick bin de nich mit bi“,
säch Siska gönnerhaft nu so –
un knipp daobi ’n Aoge to.

Doch rejell meint de Frau von Hiärten,
Jopp soll män leiwer lecker iätten.
Dat bekaim em wietuut mehr,
äs, hopplahopp noch – noch so sehr.

Et bleef nu maol nich mehr vull Spass
bi Hopsasa mit Ischias.
Auk hölpen Jopp bi’n besten Willen
ja nich es mehr so Mannslüüpillen.

Dao göng’n de Fraulüe doch bi laupen
un dai‘n sick leiwer schön wat kaupen,
ehr dat se schweetend rümfuhrwerkt
un Krücken gar villicht noch briäkt!

För Jopp wör nu wiet mehr passabel
de Bibel, so auk dat mit Babel.
Dat prieset Siska Jopp nu an –
statt Dickedoon äs ollen Mann.

Plattdeutsche Bücher von Otto Pötter,
bei jeder Gelegenheit „was Schönes von hier“.