Allen Mensken steiht peraot
Gottes Raot

Morgenglanz der Ewigkeit
Melodie: Nach Rudolf Ahle (1625 – 1673)
Text: von Rosenroth (1685) u. Thurmair (1975)
Plattdeutscher Text: Otto Pötter (2020)
Bild: pixabay

Wat us hier nich all’s so dräut,
schinnt von buoben daal heel änners.
Dao wiest sick mehr wat us freut,
dao kläört männig Deel sick wanners.
Allen Mensken steiht peraot
Gottes Wort.

Wat wi bruukt is, stille sien,
up Gott lustern, up em kieken.
So kann Gottvertruen befrie’n
un all’s Krumme sick wier lieken.
Allen Mensken steiht peraot
Gottes Wort.

Blinde krieget Lecht gewahr,
Stumme könnt up maol wier singen.
Gottes Engel bannt Gefahr,
willt sien Heil us alltiets brengen.
Allen Mensken steiht peraot
Gottes Wort.

Gott alleene wendet Naut,
giff us Kraft ümt nie to werden.
Mäck dat Lütke heelmaol graut;
mit em wätt et guet up Erden.
Allen Mensken steiht peraot
Gottes Wort.

In dienen Freed

Im Frieden Dein, o Herre mein
Melodie: Wolfgang Dachstein (1530)
Text: Friedrich Spitta (1852)
Plattdeutscher Text: Otto Pötter (2020)
Bild: pixabay

In Dienen Freed, o leiwe Herr,
laot us nu gaohn bestärket.
So es Dien Mund us dai klaor kund,
helps Du us, wenn wi werket.
Giff’s Energie, mäcks Aollet nie,
so dat us nixnich briäket.

Gaffs us dat Best’ as Diene Gäst’,
Dien hill’ge Mahl vull Gnaden.
Düt Liäbensbraut stillt alle Naut,
hölt aff von us leep Schaden.
Et stärket us, mäck mit Frust Schluss
bi all’, de hier geladen.

Christus, wi dankt; et us nich bangt
bi all dat, wat auk kommet.
Wi nemmt et an, wu auk un wann,
so dat et us wuohl frommet.
Giff’s Energie, mäcks Aollet nie,
dann komme, wat auk kommet.

Fest sall mien Dööpbund
alltiets staohn

Fest soll mein Taufbund immer stehn
Melodie: Chrysanth Joseph Bierbaum (1826)
Text: Christoph Berhnard Verspoell (1810)
Plattdeutsche Übersetzung: Otto Pötter (2020)
Bild: pixabay

Fest sall mien Dööpbund alltiets staohn,
ick will as Christ fromm liäben.
Drüm will ick gern nao Kerke gaohn
un enst in Huopnung stiärben.

Ick dank den Herrn, de mi uut Gnad
dör siene Kerk giff gueden Rat;
ick will dao gern up hören.

Dien Liäben sall mi Biespiell sien,
nemm Du mi an de Hande.
Christkönnig maak de Siäl mi fien,
dat ick nich end‘ in Schande.

Ick dank den Herrn …

So will ick biäden, bidden di,
üm Toversicht up Erden.
Christkönnig bitte, blief bi mi,
dann kann ick glücklich werden.

Ick dank den Herrn …

Bild: pixabay

Mit Goddes Hölp komm ick wuohl an

 

Glooven möch ick dao,
wo Klooket is so ganz nich klaor;
wo dat Begriepen keine to schwuor
u kic as Mensk nich all‘s verstaoh.

In Demoot weet ick, dat mien Blick
hier nienich all‘s klaor seihen kann.
Doch glöw ick, dat ick irgendwann
wiet mehr erkenn, äs bloß ‚n Stück.

So will ick gaohn hier dör mien Liäben
mit Toversicht un Gottvertruun;
fromm, ohne Bang, mit guede Luun –
bis eenes Dags u kick mott stiärben.

Un dann, well weet, ja, irgendwann
ick all‘s verklöört un all‘s sick rieget,
wat wi hier nich tostanne krieget.
Ick för mien Deel gloov fest daoran.

So ‚n Glööven is wuohl keine Schann;
mi stützet dat in use Tiet.
Schinnt mi auk manchs wat schwuor un wiet:
Mit Gottes Hölp kommt wi wuohl an.

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Vorwort zum Plattdüütsch Gebiädebook
erschienen im Aschendorff-Verlag Münster

Darin enthalten sind auch die in diesem Menü
verzeichneten Lieder und Gedichte

In de Waoge

Bild: pixabay

Gott, schicke es et Di geföllt,
wu dat auk immer is för us.
Et kümp all’s wuohl wier guet in Schuss,
wenn Diene Gnad us daobi hölt.

Bliewt in de Waoge Nacht un Dage,
blifft auk för us nich düüster bloß.
Un schinnt et noch so dubios,
in de Waog sind Moot un Klage.