19-58

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Reisen göng mehrst bloß mit en Zug in de füfftiger Jaohren. Alleene so Rheine – Mesum un Retuur, dao göng all guet en Dag mit hen, von grötter Strecken ganz to schwiegen. Up de Bahnhöffs göng et auk immer graut deher. De Bahnpolßei leip met Gumminknüppröd un bi de Ansagen dör de Lautspriäkers stönn männigeene gar stramm. Well von et Bahnhofsparterre uut upt Perron (Bahnsteig) woll, moss dao erst es dör de Sperre. Gar bloß üm Winkewinke to maaken, bruukte et daoför ne „Bahnsteigkarte“. Wör de nich vörschriftsmäßig affknipst, kam auk schon maol nen Schäferhund von de Gleisenschandaams achter di her. Un well de to laate kam, de harre vörerst uutgleiset, den „bestraft das Leben“.  

     Schamiesken prick üm un Schooh blank wienert, kam dao auk es Ferdi trepphauch up den Perron 2 anbaselt, so as woll he den Zug nao Mönster noch gau achterher. He söhg aower bloß noch soiäben de rauden Lämpkes, de an den lessten Wagen hüngen. So dull et Ferdi auk angöng, et hölp em nix. Dao harr he nich up riäkt. He wör ratz von sick un rüng nao Luft. Dao kam jüst den Bahnvörsteher vörbi. „Oh, de Herr Bahnsekretär! Momentken es!“ quäkte Ferdi, „„könnt Se mi wuohl säggen, wann de naichste Zug nao Mönster geiht?“

     De Mann mit den rauden Schirmdeckel up en Kopp, bleef stramm staohn, keek Ferdi lück minnachtig an un sach bloß: „19-58“.

     „Düwel no maol!“, bläärde Ferdi, „dat is mi jä wat hier! Dann mott ick jä glatt noch mit et Rad loss, wenn de naichste Zug erst wier in twee Jaohren hier affföhrt …“